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Phraseme mit temporaler Bedeutung im Weißrussischen und Deutschen

Eine kontrastive Studie

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Katja Ilyashava

Diese Arbeit bietet einen kontrastiven Vergleich von Phraseologismen mit temporaler Bedeutung im Weißrussischen und Deutschen. Ziel der Analyse sind Parallelen, Differenzen und Entsprechungen in der phraseologischen Realisierung der Zeitwahrnehmung durch beide Sprachgemeinschaften. Um ethnolinguistische Spezifika und Gemeinsamkeiten des sprachlichen Weltbildes im Funktionieren von Phraseologismen aufzuzeigen, werden als Datenbasis grundsätzlich Texte herangezogen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Fragen der Adäquatheit in der Wiedergabe von Konzepten temporaler Sachverhalte. Die Ergebnisse der kontrastiven Untersuchung liefern einen Beitrag zur charakterologischen Typologie des Weißrussischen und Deutschen sowie zur Erstellung eines ideographischen Wörterbuches phraseologischer Einheiten beider Sprachen.

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5. Architektur des Feldes „Temporalität“ im Deutschen und Weißrussischen

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5.1 Das Mikrofeld „Zeitliche Topologisierung“ Die Phraseologismen mit topologischem Inhalt informieren über die zeitliche Lokalisierung eines Ereignisses im Geschehensfluss, die durch den Bezug auf eine der Referenzgrößen erfolgen kann. Ihre Vielfalt innerhalb des Mikrofeldes „Zeitliche Topologisierung“ lässt sich bedingt in zwei Gruppen zusammenfüh- ren, in die äußere und innere Topologisierung. Handelt es sich um eine Bezugsgröße, die außerhalb eines Ereignisses liegt, wie z. B. die Sprechzeit, die Normzeit, die kontextuell vorgegebene Zeit oder das öffentliche Zeitsystem, werden diese Relationen in Anlehnung an Wingen- der als „Äußere Topologisierung“ aufgefasst (vgl. Wingender 1995:113f.). Die phraseologischen Einheiten mit dieser Relation werden in den Kapiteln von 5.1.1 bis 5.1.4 diskutiert. Um die „Innere Topologisierung“ geht es, wenn „die Lokalisierung eines Ereignisses in Bezug auf ein übergeordnetes Intervall“ erfolgt. Darunter ist „eine ereignisintervallinterne Topologisierung“ zu verstehen (vgl. Wingender 1995:114), die im Kapitel 5.1.5 behandelt wird. In der äußeren Topologisierung ist dabei zwischen zwei möglichen Bezugs- systemen zu unterscheiden. Damit werden die gedachte Zeitachse und das öffentliche Zeitsystem gemeint. Die Lokalisierung eines Ereignisses beispiels- weise auf der Zeitachse erfolgt durch den Sprecher hinsichtlich folgender Rela- tionen: die Sprechzeit, die Normzeit oder die kontextuell vorgegebene Referenz- zeit32 (vgl. Wingender 1995:113f.). In einem anderen Bezugssystem – dem öf- fentlichen Zeitsystem – ist die temporale Bedeutung „vom einzelnen Sprecher unabhängig gegeben“, deswegen ist „die Relation zwischen Ereignis und Bezugssystem dem Sprecher in der Regel nicht bewusst“ (Wingender 1995:128). Den temporalen Relationen innerhalb des Bezugssystems „die ge- dachte...

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