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Die Entwicklung des deutschen Militärwortschatzes in der späten frühneuhochdeutschen Zeit (1500-1648)

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Anna Just

Die deutsche Militärsprache ist ein Faszinosum in vielerlei Hinsicht. Ihre Ursprünglichkeit ist noch heute in vielen Bezeichnungen fassbar. Ihr Wortschatz hat beständig Eingang in den zivilen Sprachalltag gefunden und in den Zeiten des Militarismus in Deutschland nachhaltig prägenden Einfluss auf den allgemeinen Sprachgebrauch gehabt. Besonders reizvoll erscheint es daher, sich mit ihren Anfängen zu beschäftigen. Fasst man die Begriffe deutsch und Militär etwas enger, sind diese etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts anzusiedeln. Der Leser bekommt ein Werk an die Hand, das sowohl dem sprachlich Interessierten als auch dem militärischen Fachmann den historischen Militärwortschatz vor dem 30jährigen Krieg erläutert.

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6. Schlussbemerkungen und Ausblick

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Wie gezeigt wurde, stellte sich die Aufgabe einer Untersuchung des deut‐ schen Militärwortschatzes in der späten frühnhd. Zeit als in vielerlei Hinsicht problematisch heraus: Nicht nur ist – wie bereits einleitend erläutert – die Begrifflichkeit dieses Ge‐ bietes fragwürdig, sondern sind auch die einschlägigen Quellen zu dieser Thematik mit vielen Fragezeichen zu versehen. Zum einen entstammten diese unterschiedlichen Kanzleien, die ihren eige‐ nen Schreibtraditionen folgten, von denen man nicht behaupten kann, dass irgendeine davon normativen Einfluss auf die übrigen gehabt habe. Hinzu kamen die oft mundartlich geprägten Varianten, die sich sowohl in solchen wie auch in anderen Texten fanden. Auch der oft „freie“ (bzw. nachlässige oder einfach nur ungezwungene(?)) Gebrauch übernommener fremder Wörter trug bei der Lektüre dieser Schrif‐ ten zur Verwirrung bei, d.h. zur Verunsicherung hinsichtlich ihrer sachge‐ rechten Behandlung als Teil des nachzuweisenden Wortschatzes. Realistisch betrachtet war allerdings auch keine einfachere Ausgangssituati‐ on zu erwarten, da die geschichtlichen Gegebenheiten jener Zeit für äußerst komplexe Sachverhalte sprachen: Es war die Zeit, in der das Militär sich erstmals gesellschaftspolitisch etablier‐ te bzw. absonderte, indem es ein eigenständiges Selbst‐ bzw. Standesbe‐ wusstsein formte. In Zusammenhang mit den übrigen, parallel ablaufenden soziologischen Wandlungsprozessen und der sprachgeschichtlichen Situation im zersplitter‐ ten deutschen Reich ergibt sich daher naturgemäß ein diffuses Bild, insbe‐ sondere, wenn man nur einen Einzelaspekt wie z.B. einen Wortschatzaus‐ schnitt selektiv untersuchen will. Dies führte zu den im Kap.5. ausführlich beschriebenen Schwierigkeiten, die sowohl bei der Auswahl...

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