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Theologie und Geschichte

Gesammelte Aufsätze: Band 4

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Bernd Jaspert

Band 4 von Theologie und Geschichte enthält Aufsätze aus den Jahren 2000 bis 2007 sowie einen bisher unveröffentlichten Beitrag. In vier Abteilungen werden behandelt: 1) Grundfragen und Methodenprobleme (Mönchtumsforschung aus protestantischer Sicht), 2) Alte Kirche («Per ducatum Evangelii»; Die Regula Benedicti im Spiegel der Forschungsgeschichte), 3) Mittelalter (Bonifatius), 4) Neuzeit (Frömmigkeitskrise am Ende des 16. Jahrhunderts). Die Beiträge zeigen, dass die mit der Erfahrungskategorie arbeitende theologie- und frömmigkeitsgeschichtliche Forschungsmethode auf verschiedene Themen aller Jahrhunderte der Kirchengeschichte fruchtbar angewendet werden kann.

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IV. Neuzeit

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171 Frömmigkeitskrise am Ende des 16. Jahrhunderts Zu einer These Winfried Zellers* 2000 „Daß der Höhepunkt […] zugleich schon Krise war, ist historisch selbstverständ- lich. Denn in der Zeit ist jedes Reifwerden schon Sterben. Alle Geschichte ist Über- gang. Das Hohe kann nicht bleiben. Jederzeit tritt es auf, in irgendeiner Gestalt, und in jeder Zeit versinkt es […] Was aber in der Idee bezwingend groß, im Augenblick durch Annäherungen wirklich war, was die Menschen enthusiastisch, aber mit der disziplinierenden Kraft des Maßes ergriff, das verliert nicht durch Scheitern an Sub- stanz […] Es wirkt fort dadurch, daß in neuer Welt […] dies, was einst war, ange- schaut werden kann und zur Orientierung dient.“ (K. Jaspers, Die großen Philoso- phen, 1. Bd., München 41988, 751) Einleitung Im Jahr 1952 stellte der Marburger Kirchenhistoriker Winfried Zeller (1911- 1982)1 in einem Aufsatz über „Lutherische Lebenszeugen“ die These auf, die lutherische Frömmigkeit sei „in der zweiten Hälfte des Reformationsjahrhun- derts [...] in eine Krise geraten“. Zeller war davon überzeugt, daß es sich dabei um eine tiefgehende Krise handelte, die die Theologie und Frömmigkeit der Zeit gleichermaßen umfaßte. Er beschrieb sie mit den Worten: „Lehre und Leben fallen auseinander, ein Vakuum an Frömmigkeit macht sich bemerkbar. Vielleicht ist es das Problem der dritten Generation, der die großen Urprobleme der Reforma- tionsfrömmigkeit, weil zu selbstverständlich geworden, nicht mehr errungene, selbst angeeig- nete Frömmigkeit sind. So sieht jedenfalls der lutherische Pfarrer und Einzelgänger...

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