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Das Recht auf den eigenen Tod und aktive Sterbehilfe unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten

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Ulrike Bernert-Auerbach

Die Arbeit leitet das Recht auf den eigenen Tod aus der apriorischen Menschenwürde her. Dabei werden die Wurzeln der Menschenwürde, die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und die verschiedenen Literaturmeinungen analysiert. Das Ergebnis überträgt die Autorin auf Menschen mit unheilbaren Krankheiten, welche psychisch gesund den Entschluss gefasst haben, nicht mehr leben zu wollen, diesen jedoch nicht mehr ohne die Hilfe Dritter umsetzen können. Die Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe wird auf verfassungsrechtlicher Ebene, unter Beachtung der Schutzpflichten des Staates und der Eingriffsthematik in Grundrechte, diskutiert. Im Zusammenhang mit der Patientenverfügung stellt die Arbeit dar, dass selbst bei Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe diese nicht mittels antizipierten Willens gefordert werden könnte.

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1. Kapitel

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I. Einleitung 1. Gegenstand der Arbeit Gegenstand dieser Arbeit wird die Frage sein, ob und wenn ja welche Rechte das Grundgesetz den Menschen im Hinblick auf einen selbstbestimmten Tod gewährt bzw. gewähren kann. Diese Problematik gewinnt besonders dann für den Einzelnen an Bedeutung, wenn dieser zwar psychisch gesund, jedoch in einem kranken Körper gefangen ist, wenn also, um es mit Ingeborg Bachmann1 zu sagen, die auf Wider- ruf gestundete Zeit sichtbar wird am Horizont2. Der Sterbewillige in dieser Situation müsste sich zur Ausführung seines Sterbewunsches der Hilfe Dritter bedienen. Es geht somit um das eventuell verfassungsrechtlich verankerte Recht auf den eige- nen Tod und damit um die Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe. Die Problematik aktiver Sterbehilfe und insbesondere auch die Möglichkeiten der Selbstbestimmung am Ende des Lebens sind nach wie vor bedeutsam und in der öffentlichen Diskussion präsent3. Dies hängt nicht nur mit Einzelschicksalen4 zu- sammen, welche uns medial näher gebracht wurden und werden und denen man sich daher nur sehr schwer entziehen kann, sondern auch mit der Tatsache, dass aufgrund fortschreitender medizinischer Möglichkeiten jeder Einzelne mit der Frage konfrontiert werden kann, was sein soll, wenn die Medizin trotz ihrer hochtechnologi- sierten Möglichkeiten den Tod nicht mehr abwenden, das Sterben aber vielleicht ver- längern kann5. Zu lange haben wohl Mediziner, deren Errungenschaften immer dann als Segen gewertet werden, wenn sie in der Lage sind, früher tödlich verlaufende Krankheiten zu heilen oder das Älterwerden...

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