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Wesensmerkmale der deutschen und russischen Staats- und Rechtsordnung

Gemeinsamkeiten und Unterschiede- Materialien des deutsch-russischen Symposiums am 11. und 12. Oktober 2011 in Potsdam

Edited By Carola Schulze

Der Band enthält die Tagungsmaterialien des deutsch-russischen Symposiums zum Thema «Wesensmerkmale der deutschen und russischen Staats- und Rechtsordnung – Gemeinsamkeiten und Unterschiede», welches am 11. und 12. Oktober 2011 in Potsdam stattfand. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung aktueller Entwicklungslinien in Staat, Recht und Gesellschaft in Deutschland und Russland auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene. Aufgezeigt werden dabei insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Staats- und Rechtsordnung der beiden Länder.

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Natalia Taeva: Der weltliche Staat im modernen Russland

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Der weltliche Staat im modernen Russland Natalia Taeva I. Etappen des Wechselverhältnisses von Kirche und russischem Staat In*den verschiedenen Etappen der historischen Entwicklung veränderte sich die Vorstellung über das Wechselverhältnis von Kirche und russischem Staat und darüber, wie der weltliche Staat beschaffen sein muss. Hier kann man 3 Etappen hervorheben: die vorrevolutionäre, die sowjetische und die gegenwärtige (mo- derne). 1. Die vorrevolutionäre Etappe Die lange heidnische Periode endete im Jahre 988 mit der Taufe der Rus durch den Fürsten Vladimir. Damit wird das Christentum staatliche Religion. Mit der Unterstützung der staatlichen Macht begann die Kirche sich im Volksmilieu ein- zubürgern. In dieser Periode verwirklichte die christliche Kirche die Gerichts- funktion bei ehelich-familiären Angelegenheiten.1 In erster Linie begann die Kirche allseitig die weltliche Macht und das politische Leben der Gesellschaft im Allgemeinen zu beeinflussen. Im 15. bis 16. Jh. unterstützte die Russische Orthodoxe Kirche aktiv die Zentralisation des Staates, die Stärkung der Macht der Großfürsten, die durch deren göttliche Herkunft begründet wurde. Gerade die Kirche entwickelte und begründete am Anfang des 16. Jh. die Theorie „Moskau – das dritte Rom“. Im Zusammenhang damit konnte sich die weltliche Macht nicht der kirchlichen Herrschaft unterwerfen. Endgültig wurde die Kirche dem Staat unter Peter I. untergeordnet, der im Jahre 1721 die Heilige Synode – das höchste Organ zur Verwaltung von kirchlichen Angelegenheiten – gegrün- det hatte. Die Heilige Synode ersetzte die Patriarchatsform der Verwaltung f...

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