Show Less

Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

Mit einem Vorwort von Oswald Ducrot

Series:

Vahram Atayan

Argumentation ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikationsfähigkeit und der sprachlichen Kompetenz. In der Regel entstehen in den realen monologischen und dialogischen Kommunikationsvorgängen komplexe argumentative Strukturen, die über die einfachen Argument-Konklusion-Verbindungen hinausgehen. In der Studie werden solche argumentative Makrostrukturen aus textlinguistischer und pragmatischer Perspektive ausführlich beschrieben und klassifiziert sowie anhand von authentischem Textmaterial auf ihre Verbalisierungs- und Signalisierungsmittel im Deutschen, Französischen und Italienischen hin untersucht. Insbesondere werden dabei neben koordinierten und subordinierten Argumentationen auch Verfahren der Argumentationsverstärkung und -abschwächung sowie der Suggestion der Unstrittigkeit analysiert, die eine Feinjustierung der Argumentation vor allem in den monologischen Texten erlauben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

Gauß, der zuvor nicht zugehört hatte, bat den Diplomaten, seinen Namen zu wiederholen. Der Diplomat tat es mit einer Verneigung. Er sei übrigens auch Forscher! Neugierig beugte sich Gauß vor. Er untersuche alte Sprachen. Ach so, sagte Gauß. Das, sagte der Diplomat, habe enttäuscht geklungen. Sprachwissenschaft. Gauß wiegte den Kopf. Er wolle ja keinem zu nahe treten. Nein, nein. Er solle es ruhig sagen. Gauß zuckte die Achseln. Das sei etwas für Leute, welche die Pedanterie zur Mathematik hätten, nicht jedoch die Intelli- genz. Leute, die sich ihre eigene notdürftige Logik erfinden. (Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Rowohlt Ver- lag, Reinbek bei Hamburg, 2005, S. 159) Ob der große Mathematiker tatsächlich so dachte, wie ihm dies von Daniel Kehl- mann unterstellt wird, werden wir nie erfahren. Manch ein Sprachwissenschaftler dürfte aber schon einmal von den klaren Verhältnissen der Mathematik geträumt haben, wo eindeutige Definitionen, anständige bijektive Abbildungen und präzise Axiome herrschen, so daß man keine "eigene notdürftige Logik" braucht. Und am schlimmsten ergeht es dem Sprachwissenschaftler vielleicht gerade in den Berei- chen, in denen die Sprecher ihre ungenauen, unpräzisen und vagen — mit einem Wort menschlichen — Logiken verbalisieren, meistens ohne sich auch nur im ge- ringsten um Richtigkeit und Stringenz zu scheren (und, was noch schlimmer ist, sich völlig unproblematisch verständigen). Diese Tätigkeit — das Argumentieren - ist ein inhärenter Teil der Sprache und der Kommunikation, sie existiert in den vielfältigsten Formen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.