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Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

Mit einem Vorwort von Oswald Ducrot

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Vahram Atayan

Argumentation ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikationsfähigkeit und der sprachlichen Kompetenz. In der Regel entstehen in den realen monologischen und dialogischen Kommunikationsvorgängen komplexe argumentative Strukturen, die über die einfachen Argument-Konklusion-Verbindungen hinausgehen. In der Studie werden solche argumentative Makrostrukturen aus textlinguistischer und pragmatischer Perspektive ausführlich beschrieben und klassifiziert sowie anhand von authentischem Textmaterial auf ihre Verbalisierungs- und Signalisierungsmittel im Deutschen, Französischen und Italienischen hin untersucht. Insbesondere werden dabei neben koordinierten und subordinierten Argumentationen auch Verfahren der Argumentationsverstärkung und -abschwächung sowie der Suggestion der Unstrittigkeit analysiert, die eine Feinjustierung der Argumentation vor allem in den monologischen Texten erlauben.

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4. Koordinierte argumentative Makrostrukturen

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Der prinzipielle Unterschied zwischen koordinierten argumentativen Strukturen und den anderen in der vorliegenden Untersuchung angesetzten Analyseparame- tern ist schon auf der strukturellen Ebene gegeben, denn die minimalen Argu- mentationen, die an der Konstitution einer koordinierten Argumentation beteiligt sind, stehen zueinander in einer paradigmatischen Ähnlichkeits- oder Äquivalenz- relation: Sie sind funktional als identisch in bezug auf das anzunehmende kom- munikative Ziel — die Stützung der gemeinsamen Konklusion — anzusehen. Aus diesem Grund dürften auch die sprachlichen Realisierungsmöglichkeiten von ko- ordinierten Argumentationen diese Relation widerspiegeln. Damit muß eine koor- dinierte Argumentation im allgemeinen aus mindestens drei sprachlichen Hand- lungen bestehen,1 wobei zwei davon als koorientierte Argumente in bezug auf die dritte Handlung markiert sein können. Diese komplexe Instruktion läßt sich offensichtlich in zwei Bestandteile zerlegen: Zum einen kann die Markierung in bezug auf die Argument-Funktion der jeweiligen Äußerung erfolgen, zum an- deren kann generell die funktionale Äquivalenz der beiden (Argument-) Äuße- rungen signalisiert werden.2 Dabei sind natürlich auch beliebige Kombinationen dieser beiden Merkmale denkbar. Darüber hinaus können die Markierungsmög- lichkeiten der koordinierten Argumentation auch im Hinblick darauf unterschie- den werden, ob sie diese beiden Merkmale durch ein einziges mehr oder weniger grammatikalisiertes und spezialisiertes Signal oder aber durch Kombinationen von selbständigen Markern der jeweiligen Teilinstruktion kennzeichnen. Schließ- lich können die Marker der koordinierten Argumentation auch weitere, auf die Relation zwischen den einzelnen Argumenten bezogene Interpretationsinstruk- tionen liefern, insbesondere bezüglich ihrer argumentativen Stärke. Die Sonder- stellung dieses Parameters...

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