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Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

Mit einem Vorwort von Oswald Ducrot

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Vahram Atayan

Argumentation ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikationsfähigkeit und der sprachlichen Kompetenz. In der Regel entstehen in den realen monologischen und dialogischen Kommunikationsvorgängen komplexe argumentative Strukturen, die über die einfachen Argument-Konklusion-Verbindungen hinausgehen. In der Studie werden solche argumentative Makrostrukturen aus textlinguistischer und pragmatischer Perspektive ausführlich beschrieben und klassifiziert sowie anhand von authentischem Textmaterial auf ihre Verbalisierungs- und Signalisierungsmittel im Deutschen, Französischen und Italienischen hin untersucht. Insbesondere werden dabei neben koordinierten und subordinierten Argumentationen auch Verfahren der Argumentationsverstärkung und -abschwächung sowie der Suggestion der Unstrittigkeit analysiert, die eine Feinjustierung der Argumentation vor allem in den monologischen Texten erlauben.

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6. Signalisierung der Unstrittigkeit und subordinierte Argumentation

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Die Diskussion in Unterkapitel 3.6 hat gezeigt, daß die Signalisierung der Un- strittigkeit von sprachlichen Handlungen in der Rolle des Arguments einer mi- nimalen Argumentation einerseits und die argumentative Begründung des Argu- ments einer minimalen Argumentation im Rahmen einer subordinierten Struktur andererseits aus funktionaler Sicht große Ähnlichkeiten aufweisen. Zum einen stellt in beiden Fällen das Argument einer minimalen Argumentation die Bezugs- größe des jeweiligen argumentativen Verfahrens dar, zum anderen dürften die beiden Mechanismen unter denselben kommunikativen Bedingungen zum Ein- satz kommen. Soweit das in Unterkapitel 2.3.2 entwickelte Ableitungsmodell für komplexe argumentative Verfahren aus der Antizipation einer empfängerseitigen Nicht-Ratifikation einer minimalen Argumentation zugrundegelegt wird, schei- nen die beiden Phänomene zu demselben funktionalen Bereich zu gehören. Sie kommen dann zustande, wenn antizipiert wird, daß die Geltung des Arguments in einer minimalen Argumentation von der Nicht-Ratifikation betroffen sein kann. Diese Betrachtungsweise entspricht auch grundsätzlich der Analyse von Settekorn (1977: 402ff.),1 der zustimmungserheischende Partikeln und Wendungen als Ar- gumentationsformen ansieht, die die Funktion einer Rechtfertigungsaussage2 übernehmen können (vgl. Unterkapitel 2.2.3.2). Dabei sei eine Rechtfertigungs- aussage als ein subordiniertes Argument einer besonderen Art zu verstehen, bei dem die vom Sprecher ausgedrückte Suche nach Zustimmung und der (insbeson- dere durch Abtönungspartikel erhobene) Gültigkeitsanspruch die Rechtfertigung der Zustimmung liefern. Da allerdings im Rahmen der vorliegenden Untersu- chung minimale Argumentationen als Verknüpfungen aus zwei sprachlichen Handlungen verstanden werden, erscheint diese Interpretation nur dann als nicht nur hinsichtlich der Funktion, sondern auch der...

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