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Grüßen im Deutschen und Russischen

Eine kontrastive inferenzstatistisch-empirische Analyse

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Helga Schulze-Neufeld

Diese Arbeit analysiert den Einfluss von verschiedenen Faktoren auf die Grußformelwahl der Deutschen und der Russen und ermittelt via Fragebogenerhebung und mithilfe von kontrastiv-pragmatischen und deskriptiv-inferenzstatistischen Methoden – t-Test und Binomialtest – die kritischen Situationen mit einem hohen interkulturellen Konfliktpotential. Die Faktoren Distanz und Hierarchie scheinen den größten Einfluss auf das deutsche und russische Grußverhalten zu haben. Situationen mit einem konvergierenden Bekanntheitsgrad- und Hierarchieverhältnis zwischen den Interaktanten stellen sich als kritisch heraus: Es kann eine Nicht-Adäquatheit zwischen den deutschen Grußformeln ‘Halloʼ und ‘Tschüssʼ und den russischen ‘Privetʼ und ‘Pokaʼ trotz ihrer Äquivalenz festgestellt werden.

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4 Empirische Untersuchung

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In diesem Kapitel werden die im vorausgehenden Abschnitt 3.5 aufgestellten Hypothesen auf ihre empirische Evidenz untersucht. Hierzu beschreibe ich zu- erst den Prozess der Datenerhebung und die Methoden der Datenauswertung. In Abschnitt 4.4 erfolgt dann die eigentliche Auswertung der erhobenen Daten und die Ableitung der Ergebnisse. 4.1 Datenerhebung 4.1.1 Methoden der Datenerhebung Meine quantitative Datenanalyse basiert auf Daten einer von mir zwischen De- zember 2009 und Juni 2010 durchgeführten sozialwissenschaftlichen, zum gro- ßen Teil standardisierten, schriftlichen Fragebogenerhebung zum aktuellen deut- schen und russischen Grußverhalten. Ergänzend habe ich Ergebnisse von von mir neben den schriftlichen Fragebogenerhebungen durchgeführten mündlichen Interviews mit russischen und deutschen Probanden, von Experteninterviews mit deutschen und russischen Sprachwissenschaftlern sowie von zahlreichen Life- Beobachtungen des Grußprozesses in Deutschland und in Russland ausgewertet. Ich habe mich bewusst gegen die Heranziehung von solchen Sekundärquellen wie belletristische Werke, Spielfilme oder Theaterstücke entschieden, da diese aufgrund ihrer künstlichen Generierung und ihrer stark subjektiven Färbung nur bedingt als repräsentativ für natürliche gesprochene Sprache gelten können.210 Die ergänzenden Interviews und Life-Beobachtungen dienen der Plausibilisie- rung der erhobenen Fragebogendaten und der aus ihnen abgeleiteten Ergebnisse. Zudem können mir die Interviews – wenn auch nicht in standardisierter Form – nützliche Zusatzinformationen zu den erhaltenen Fragebogenantworten, z.B. in Bezug auf Gefühle und Intentionen, aber auch bezüglich weiterführender Ge- danken und Erklärungen der Probanden liefern. 4.1.2 Umfragedurchführung Die schriftlichen Umfrageaktionen in Deutschland wurden – zusammen mit den mündlichen Interviews...

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