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Schulbau in Bayern 1945-1975

Von der Zwergschule zum Schulzentrum, vom Pavillon zur Großstruktur

Alfred Schmucker

Der öffentliche Schulbau im Freistaat Bayern vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der ersten drei Jahrzehnte nach 1945 ist Gegenstand dieser Untersuchung. Hoher Schulraumbedarf und anspruchsvolle Zielsetzungen, wie Demokratisierung der Gesellschaft, kindgerechte Schule, Verbesserung der Bildungschancen und Bildungsexpansion, machten den Schulbau zu einer bedeutenden Bauaufgabe. Auf der Grundlage bildungspolitischer und pädagogischer Vorgaben entwarfen die Architekten – Vorbildern folgend – konzeptionell und baulich-gestalterisch neue Schulgebäude. Im Zuge der weiteren Entwicklung in der Bildungspolitik und Pädagogik, aber auch in der Baukonstruktion und Architektur, entstand ein breites Spektrum von Lösungen, das typologisch und nach Entwicklungsphasen geordnet untersucht und in den bundesdeutschen und internationalen Schulbaukontext gestellt wird.

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Kapitel IV: Schulbau zwischen Routine und neuen Möglichkeiten(1960 – 1964)

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144 145 Kapitel IV: Schulbau zwischen Routine und neuen Möglichkeiten (1960 – 1964) Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation Der Wandel, der sich mit den Jahren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vollzog, scheint mit dem Beginn der 60er Jahre gegenüber der zweiten Hälfte der 50er Jahre nochmals Fahrt aufgenommen zu haben. Das wirtschaftliche Wachstum setzte sich fort (Vollbeschäftigung; steigender Lebensstandard, von 1955 bis 1966 stieg die Gesamtzahl der ausländischen Arbeitnehmer in der BRD von 80.000 auf 1.244.000)289. Auf der internationalen Bühne schien sich mit der Wahl John F. Kennedys zum Präsiden- ten der Vereinigten Staaten ein Aufbruch in eine modernere Welt zu vollziehen. Der Be- ginn des Mauerbaus (August 1961) und - ein Jahr später - die Kuba-Krise (Oktober 1962) bewiesen jedoch, dass der Kalte Krieg so gegenwärtig war, wie nie zuvor. Wenn auch der Eintritt der USA in den Vietnamkrieg das gute Verhältnis des westdeutschen Staates und seiner Gesellschaft zu den USA zunächst nicht trübte, so führten dessen Folgen doch zu Veränderungen, die man sich Anfang der 60er Jahre wohl nicht hatte vorstellen können. Das „Lebensgefühl“ der beginnenden 60er Jahre war nicht weit entfernt von dem der späten 50er, denn ein weiterhin stetiges wirtschaftliches Wachstum und die Konstanz der politischen Verhältnisse sowie der Konsum ähnelten den Jahren zuvor. Die entbehrungs- reichen Nachkriegsjahre lagen bereits ein gutes Stück zurück. Die Erinnerung daran ver- blasste mit zunehmendem Abstand. Der weiter steigende Lebensstandard,...

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