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Schulbau in Bayern 1945-1975

Von der Zwergschule zum Schulzentrum, vom Pavillon zur Großstruktur

Alfred Schmucker

Der öffentliche Schulbau im Freistaat Bayern vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der ersten drei Jahrzehnte nach 1945 ist Gegenstand dieser Untersuchung. Hoher Schulraumbedarf und anspruchsvolle Zielsetzungen, wie Demokratisierung der Gesellschaft, kindgerechte Schule, Verbesserung der Bildungschancen und Bildungsexpansion, machten den Schulbau zu einer bedeutenden Bauaufgabe. Auf der Grundlage bildungspolitischer und pädagogischer Vorgaben entwarfen die Architekten – Vorbildern folgend – konzeptionell und baulich-gestalterisch neue Schulgebäude. Im Zuge der weiteren Entwicklung in der Bildungspolitik und Pädagogik, aber auch in der Baukonstruktion und Architektur, entstand ein breites Spektrum von Lösungen, das typologisch und nach Entwicklungsphasen geordnet untersucht und in den bundesdeutschen und internationalen Schulbaukontext gestellt wird.

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Kapitel VI: Der konzeptionell neue und der konventionelle Schulbauin der fortgeschrittenen Phase der Schulbau-Expansion(1970 – 1975)

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228 229 Kapitel VI: Der konzeptionell neue und der konventionelle Schul- bau in der fortgeschrittenen Phase der Schulbau-Expansion (1970 – 1975) Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation Bei der Bundestagswahl am 28.09.1969 errangen SPD und FDP eine knappe Mehrheit. Zum Bundeskanzler der daraufhin gebildeten sozial-liberalen Koalition wurde am 21.10.1969 Willy Brandt gewählt. Neben den üblichen Ministerien gab es in der neuen Bundesregierung erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik auch ein Bundesbildungs- ministerium. Die Legislaturperiode war insbesondere durch die Außenpolitik gekennzeichnet. Unter der neuen Regierung schloss die Bundesrepublik 1970 die Ostverträge mit Polen und erkann- te die Oder-Neiße-Linie an. 1971 erhielt Brandt dafür den Friedensnobelpreis. Im Inneren versuchten die Bundesländer mit der Regierung in Bonn der Gefahr des Terrors der RAF mit dem „Radikalenerlass“ oder „Extremisten-Beschluss“ zu begegnen, demzufolge Beamtenbewerber auf ihr Eintreten für die demokratisch-freiheitliche Grundordnung überprüft werden mussten. Der Versuch der Opposition, die Regierung im Frühjahr 1972 durch ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen, schlug fehl, es kam jedoch über die Vertrauensfrage zu vorgezogenen Neuwahlen und zur Fortführung der sozial-liberalen Koalition. Es folgten mit dem Transit-Abkommen und dem Grundlagenvertrag mit der DDR weitere Ostverträ- ge. 1974 schließlich musste Brandt wegen der Agenten-Affäre zurücktreten. Sein Nach- folger wurde Helmut Schmidt, der als Regierungschef der weiter bestehenden Koalition aus SPD und FDP bis zu deren Abwahl im Jahr 1982 im Amte blieb. In Bayern bildete von 1970 bis 1974 das dritte Kabinett des Ministerpräsidenten Alfons Goppel die Regierung des...

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