Show Less

Das Generalgouvernement Niederrhein

Series:

Peter Opitz-von Bardeleben

Die Arbeit befasst sich mit dem Übergang von der französischen zur preußischen Verwaltung auf linksrheinischem Gebiet im Zeitraum März bis Juni 1814. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oktober 1813) wurden in den besetzten Gebieten Generalgouvernements gebildet. Die Einrichtung des hier betrachteten Generalgouvernements wurde am 12. Januar 1814 in Basel beschlossen. Es wurde von Preußen bis zum 15. Juni 1814 für gemeinsame Rechnung der verbündeten Mächte (Preußen, Österreich, Russland, Großbritannien und Schweden) verwaltet. Generalgouverneur war Johann August Sack, ein Beamter aus Steins Schule. Die vorgegebenen elementaren Verwaltungsziele waren: Aufrechterhaltung von Ordnung, Beschaffung von Geldmitteln und die Versorgung der alliierten Heere. Diese Ziele standen unter der weiteren Vorgabe, den Geist der Einwohner für die «große Sache aller Staaten» zu gewinnen und ihnen mit der Aussicht auf eine «bessere Zukunft die Opfer des Augenblicks erträglich» zu machen. Ob diese Ziele erreicht wurden, wird anhand der einzelnen Verwaltungszweige, Kommunalverwaltung, Justiz, Polizeiwesen, Forstverwaltung und Finanzverwaltung u.a. dargestellt. Dabei werden im Wesentlichen Materialien und Aktenunterlagen aus der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts ausgewertet. Als Ergebnis ist eine den Verhältnissen angepasste Verwaltung festzustellen, die von den Einwohnern akzeptiert werden konnte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

G Die Finanzverwaltung

Extract

I Bisherige Rechts- und Verwaltungslage, ihre Fortgeltung und weitere Finanzmaßnahmen 1. Direkte Steuern Im April 1798 wurde nach französischer Vorgabe – gesetzliche Regelung aus dem Jahre 1794 – auch in den rheinischen Departements198 jeweils eine „Agentschaft der unmittelbaren Steuern“ verordnet. Der Agentschaft gehörten an der Kommis- sar bei der Zentralverwaltung, die Kommissare bei den Munizipalverwaltungen, ein Inspektor und die Vorgesetzten der Einnahme.199 Alle Vorbereitungsarbeiten im Zusammenhang mit den direkten Steuern leis- tete die Agentschaft. So unterstützten die Kommissare bei den Munizipalver- waltungen die Gemeinden u.a. bei der Festsetzung und Einziehung der direkten Steuern. Die Vorgesetzten der Einnahme waren für den Steuerempfang zuständig. Der Inspektor wiederum hatte die Kommissare bei den Munizipalverwaltungen sowie die Vorgesetzten der Einnahme zu kontrollieren und auch die Weisungen des Kommissars bei der Zentralverwaltung zu vermitteln. Den Kommissar bei der Zentralverwaltung traf die Verpflichtung, die Steuerrollen der Departementsver- waltung zur Genehmigung vorzulegen. Zu jeder Dekade hatte er dem Regierungs- kommissar eine Liste von der Hebung der Kontributionen zu offerieren.200 Im März 1800 (in zeitlicher Nähe zur Einführung des Präfektur systems)201 wurde die Agentschaft der direkten Steuern durch die Direktion zur Hebung der di- rekten Auflagen ersetzt. Der Direktion gehörten an der Direktor, ein Inspektor, die Vorgesetzten der Einnahme und eine nach der Größe des Departements aus- gerichtete Zahl von Kontrolleuren. Sie war zuständig für die Anfertigung von Steuerrollen und die Untersuchung von Einsprüchen, über die nur die Departe- mentsverwaltung eine Entschließung treffen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.