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Die mittelenglische Romanze zwischen Imitation und Innovation

Zur Dynamik einer Diskurstradition

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Ulrike Schenk

Die Arbeit untersucht anhand der mittelenglischen Romanzen die Etablierung des Englischen als Literatursprache im Spätmittelalter. Vor dem Hintergrund kontinentaler und insularer französischer Vorlagen prägt sich eine volkssprachliche Literaturgattung aus, die exemplarisch ist für den Verschriftlichungsschub, von dem das Englische ab dem 13. Jahrhundert erfasst wird. Zwei Fallanalysen zu den Romanzen Havelok the Dane und Ywain and Gawain und ihren jeweiligen Quellen widmen sich narratologischen, kulturhistorischen und poetologisch-rhetorischen Gesichtspunkten sowie Fragen der Formelhaftigkeit. Die Detailstudien liefern vertiefte Einblicke in mittelalterliche literarische Adaptionsprozesse und arbeiten das spezifische Gattungsprofil der mittelenglischen Romanzen heraus.

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1 Einleitung

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Diese Arbeit entstand innerhalb des Dresdener Sonderforschungsbereichs 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“, der von 1997-2008 von Gert MELVILLE geleitet wurde. Unter dem Titel „Institutionalisierungen der Volkssprache: Ver- schriftlichung und Standardisierung des mittelalterlichen Englisch“ untersuchte das anglistische Teilprojekt von Ursula SCHAEFER von 2003-2008 die Grundla- gen für die spätmittelalterliche Standardisierung des Englischen. Dieser Stan- dardisierungsprozess wurde als Institutionalisierungsleistung aufgefasst, da dar- aus ein sprachlicher Standard erwuchs, der für die Angehörigen einer Sprach- gemeinschaft eine „Handlungsordnung“ (REHBERG 1994: 56) höchsten Ranges darstellte. Der Fokus des Teilprojektes lag dabei auf jener Phase, in der die Grundlagen für die spätere Herausbildung des Standards erst gelegt wurden. Diese Fokussierung erfolgte wiederum aus zwei Richtungen, einer stärker lingu- istisch und einer eher literaturwissenschaftlich orientierten, die sich gewisser- maßen komplementär ergänzten. Unabdingbar für beide Forschungsfelder war jedoch auch eine kulturwissenschaftlich-historische Ausrichtung, da ohne Be- leuchtung der historischen und kulturellen Rahmenbedingungen eine Untersu- chung von Standardisierungsprozessen nicht möglich ist. Das Forschungsfeld „Kontaktsprachlichkeit im 14. und 15. Jahrhundert“ ging Ausbauphänomenen nach, die durch den Sprachkontakt des Englischen mit französischen und lateini- schen administrativen Prosatexten auftraten. Hier ging es darum, den Einfluss von Sprachen auf das Englische zu beleuchten, die bereits seit längerem in der Schriftlichkeit etabliert waren. Das Forschungsfeld „Verschriftlichung und dis- kurstraditioneller Varietätenraum im 14. Jahrhundert“, innerhalb dessen diese Arbeit entstand, widmete sich der Frage, inwiefern das Englische sich auch im Bereich der Dichtung an Bestehendem orientierte. Zusätzlich interessierte hier...

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