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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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1. Einleitung

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Wer eine Arbeit über das Werk Jacques Poulins schreiben möchte, muss sich zunächst über die Meinung des Autors hinwegsetzen. Als dieser 1991 im Rahmen eines Interviews mit der Zeitschrift Nuit blanche gefragt wurde, ob er bereits einmal Arbeiten gelesen habe, die über sein Ro- manwerk verfasst worden seien, gab der Schriftsteller folgende Antwort: „Oui. Je ne trouve pas que ce soit une idée très brillante d’écrire une thèse sur mes histoires, mais enfin...“ (Ouellet 1991, 42). Die Forschung scheint diese Ansicht zunächst geteilt zu haben, wie die folgende Fest- stellung Gilles Marcottes aus dem Jahr 1979 andeutet: „Parmi les écri- vains qui comptent, dans le Québec d’aujourd’hui, Jacques Poulin est probablement celui sur lequel on a écrit le moins d’articles, d’études, de thèses“ (1979, 23, zit. n. Mailhot 1985, 3). Dies ist sehr verwunderlich, da bspw. Paul-André Bourque Poulins Werk im selben Jahr als „une œuvre romanesque dense, puissante, originale, qui compte parmi les plus im- portantes de la littérature québécoise actuelle“ (1979, 38) bezeichnete, wobei der Autor zum damaligen Zeitpunkt erst fünf Romane veröffent- licht hatte.3 Mittlerweile zeugt jedoch eine immer größer werdende An- zahl von Büchern, Aufsätzen, Artikeln, Dossiers und Dissertationen von einem deutlich gestiegenen Interesse seitens der Forschung an den Ro- manen des frankokanadischen Autors (vgl. Hébert 1997, 187). Die von Bourque angesprochene Originalität der Romane beruht v.a. darauf, dass sie in einer Weise miteinander in Verbindung...

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