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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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2. Forschungsstand zu Jacques Poulin

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Eine der wesentlichen Arbeiten zu Poulins Gesamtwerk hat Pierre Hébert verfasst: Jacques Poulin. La création d’un espace amoureux (1997).6 Hébert zufolge zeigen die Romane des frankokanadischen Autors üb- licherweise einen Mann und eine Frau bei dem Versuch, über die Art ihrer Beziehung Klarheit zu erlangen (vgl. 1997, 13). Diese Art der Be- ziehung zwischen Mann und Frau spiegele sich wider in der Bedeutung, welche dem espace in den jeweiligen Romanen zukomme. Unter diesem Begriff, welcher zentral für seine Studie ist, versteht Hébert nicht eine Ansammlung von Orten, sondern vielmehr „le langage même du lien entre l’homme et la femme“ (1997, 13). Die räumliche Gegenüberstel- lung von hoch und tief (bzw. Norden und Süden) könne z.B. den Ge- gensatz zwischen – zugegebenermaßen stereotypen – männlichen und weiblichen Eigenschaften repräsentieren, wie Aktivität versus Passivität oder Vernunft versus Empfindsamkeit (vgl. 1997, 15; 193). Hébert spricht in diesem Fall von einer „textualisation des lieux“ (1997, 193). Vor die- sem theoretischen Hintergrund teilt er das Gesamtwerk Jacques Poulins in drei Phasen ein, und zwar entsprechend dem jeweiligen Typus der weiblichen Hauptfigur und dem jeweiligen Stellenwert des espace: In den Romanen Mon cheval pour un royaume, Jimmy, Le cœur de la baleine bleue und Faites de beaux rêves gehe die weibliche Hauptfigur keinerlei Bindung mit dem Protagonisten ein und die Darstellung des Raumes bleibe auf be- stimmte Textpassagen beschränkt. Hébert bezeichnet dies als „représenta- tion de...

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