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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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3. Der Identitätsbegriff

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Der Begriff Identität wird in der heutigen Zeit häufig verwendet, aber die Bedeutungen, welche man ihm zuschreibt, gehen dabei z.T. weit ausein- ander. Daher erscheint es zweckmäßig zu ergründen, was unter diesem Begriff genau zu verstehen ist. Auch in der Fachliteratur herrscht zu die- sem Thema Uneinigkeit. Zwar scheint man darin übereinzustimmen, dass Identität grundsätzlich zu verstehen ist „als Antwort auf die Frage, was einer ist“ (Marquard 1979, 347) bzw. „wer wir sind“ (Lübbe 1979, 278), aber es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, wie es zu dieser Identität kommt und was sie ausmacht. Die vielen verschiedenen An- sätze zeichnen sich folglich trotz einiger Gemeinsamkeiten eher durch ihre Unterschiede und Eigenheiten aus, sodass es an dieser Stelle nicht hilfreich wäre, den Forschungsstand zu diesem Thema in einer umfas- senden Darstellung wiederzugeben.11 Das Ziel dieses Kapitels liegt viel- mehr darin, den Identitätsbegriff im Theoriefeld zu verorten, und zwar über die Erläuterung seiner philosophischen und seiner sozialpsycholo- gischen Dimension. Im Anschluss wird die theoretische Darstellung funktional für die Zwecke der vorliegenden Arbeit zugeschnitten, sodass sie als Basis für die Analyse der einzelnen Romane dienen kann. 3.1 Verortung des Begriffs im Theoriefeld 3.1.1 Philosophischer Identitätsbegriff Dieter Henrich zufolge kann man Identität in philosophischer Hinsicht definieren als „Prädikat, das eine besondere Funktion hat; mittels seiner wird ein einzelnes Ding oder Objekt als solches von anderen gleicher Art unterschieden; umgekehrt erlaubt dies [sic] Prädikat zu sagen, daß unter...

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