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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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6. La traduction est une histoire d’amour (2006)

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In Jacques Poulins elftem Roman tritt mit Marine, einer jungen Frau iri- schen Ursprungs, zum ersten Mal eine weibliche Hauptfigur in Erschei- nung. Sie ist Übersetzerin und wohnt in einem Chalet auf der Île d’Orléans, wo sie eines Tages eine ausgesetzte schwarze Katze findet, an deren Halsband eine Nachricht befestigt ist. Diese Nachricht bringt die Protagonistin und den Schriftsteller Jack Waterman, zu dem sie eine enge Beziehung pflegt, auf die Spur der jungen Limoilou und einer alten Frau, bei der das Mädchen untergebracht ist. Marine und Jack beobachten die beiden, um mehr über ihre Beziehung zueinander herauszufinden, als sich die alte Frau unerwartet das Leben nimmt. Die Protagonistin bietet dem Mädchen an, zu ihr ins Chalet auf der Insel zu ziehen und Limoilou nimmt dieses Angebot nach anfänglichem Zögern an. 6.1 Marine – die Identitätssuche einer jungen Frau In La traduction est une histoire d’amour wird das Alter der jungen Protago- nistin zwar nicht explizit genannt, aber man erfährt, dass sie halb so alt ist wie der Schriftsteller Jack Waterman (vgl. THA 12). Von diesem wie- derum weiß man, dass er in Poulins zwölftem Roman, L’anglais n’est pas une langue magique, welcher nahezu unmittelbar an La traduction est une histoire d’amour anknüpft, gerade 50 Jahre alt geworden ist (vgl. ALM 115). Marine müsste demzufolge etwa 25 Jahre alt sein, sodass sie sich im gleichen Lebensabschnitt befindet wie der junge Jimmy in Poulins vor- herigem Roman. Bezüglich ihrer Lebensgeschichte erfährt...

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