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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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7. L’anglais n’est pas une langue magique (2009)

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In L’anglais n’est pas une langue magique knüpft die Erzählung dort an, wo sie in La traduction est une histoire d’amour aufgehört hat. Als Protagonist und Erzähler von Poulins zwölftem Roman tritt jedoch nicht mehr Ma- rine, sondern der junge Francis in Erscheinung. Dieser steht als soge- nannter lecteur sur demande im Schatten seines großen Bruders, des Schrift- stellers Jack Waterman. Zu seinen Klienten gehört u.a. die junge Limoilou, welche sich in Marines Chalet auf der Île d’Orléans von den Ge- schehnissen ihrer jüngsten Vergangenheit erholt. Jack hingegen widmet sich überwiegend seinem neuen Roman, in welchem es um die Rolle des Französischen in Amerika geht. Der Alltag des Protagonisten wird durch den Anruf einer mysteriösen Frau aufgewühlt, welche ihn um eine Lek- türesitzung bittet, aber weder zur vereinbarten Uhrzeit noch zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Appartement anzutreffen ist. Außerdem wird der junge Mann von einem aufdringlichen Polizisten verfolgt, wel- cher sich mit dem Verschwinden der Frau zu befassen scheint. Trotz dieser Probleme nimmt die Erzählung für Francis ein gutes Ende, da sich Marine auf besonders zärtliche Weise für seine Lektüresitzungen mit Limoilou bedankt. 7.1 Francis – die Emanzipation eines kleinen Bruders Francis ist nach eigenen Angaben in etwa so alt wie Marine, die Lebens- gefährtin seines Bruders Jack (vgl. ALM 27). Auch er sieht sich mit dem Kernkonflikt zwischen Intimität und Isolierung konfrontiert, welcher laut Erikson – wie bereits...

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