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« C’est comme s’il y avait plusieurs personnes en moi ! »

Identitätssuche im Werk Jacques Poulins

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Daniel Pierrot

In den Romanen des Frankokanadiers Jacques Poulin setzen sich die Figuren durchgängig mit elementaren Aspekten ihrer Existenz auseinander, wobei die Frage und Suche nach individueller, sozialer und kultureller Identität stets eine zentrale Rolle spielen. Auf der Grundlage philosophischer und sozialpsychologischer Identitätstheorien betrachtet der Band diese Selbstsuche der Protagonisten in dem bislang kaum wissenschaftlich berücksichtigten Spätwerk Poulins (1998-2009) mit dem Ziel, die Bedeutung innerer Konflikte, sozialer Rollen und des kulturellen Selbstverständnisses hierfür zu ergründen. Die Ergebnisse der Textanalysen werden zudem für einen kurzen Ausblick auf Poulins neuesten Roman L’homme de la Saskatchewan (2011) fruchtbar gemacht.

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9. Schlussbetrachtung

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Jack, Jimmy, Marine, Francis – sie alle suchen nach einer Antwort auf die Frage, wer sie sind. Auch wenn diese Suche nach Identität jeweils in un- terschiedlicher Weise verläuft und endet, stellt sie grundsätzlich eine der universellen Gemeinsamkeiten der Protagonisten Jacques Poulins dar. Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit untersuchten Romane Chat sau- vage, Les yeux bleus de Mistassini, La traduction est une histoire d’amour und L’anglais n’est pas une langue magique reihen sich in das Gesamtwerk des Autors ein, da das Thema Identitätssuche auch in Poulins früheren Ro- manen von zentraler Bedeutung ist (vgl. Lintvelt 2000, 241). Im Werk des frankokanadischen Autors beklagen sich die fiktiven Schriftsteller immer wieder über ihr fortgeschrittenes Alter und die von ihnen empfundene zunehmende Unfähigkeit, literarische Texte zu ver- fassen. Jack Waterman behauptet z.B. seinem Bruder Francis gegenüber: „Les mots viennent à petites gouttes parce que je suis vieux“ (ALM 116, Herv. J. P.). In Les yeux bleus de Mistassini zählt er im Gespräch mit Jimmy und seiner Schwester sogar eine große Anzahl von Begleiterscheinungen des Älterwerdens auf, welche er nicht länger ertragen zu können glaubt, wobei er abschließend feststellt: Tout ça, au fond, je pourrais l’accepter pendant un certain temps si j’étais en train d’écrire quelque chose; je veux dire, quelque chose d’important et d’original. Il me vient toutes sortes d’idées, mais elles me plaisent pas: elles ont un air de déjà vu. (YBM 184) Auch wenn Jacques...

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