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Die Einzel- und Gesamtverantwortung der Vorstandsmitglieder der Aktiengesellschaft

Die Verantwortung für die Leitung und Geschäftsführung im mehrköpfigen Vorstand in der unabhängigen und der herrschenden AG

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Christian Rehm

Das AktG gewährt den Gesellschaftsorganen der AG eine weitreichende Organisationsautonomie, die es ihnen ermöglicht, eine auf die konkreten Unternehmensverhältnisse abgestimmte Führungsstruktur zu errichten. Eine rechtliche Grenze setzt ihnen dabei der ungeschriebene Grundsatz der Gesamtverantwortung, nach dem jedes der Vorstandsmitglieder unabdingbar für das ordnungsgemäße und rechtmäßige Funktionieren des gesamten Vorstands verantwortlich ist. Die Frage nach Arbeitsteilung, Spezialisierung und haftungsrechtlicher Entlastung der Mitglieder im kollegial geprägten Vorstand ist daher maßgeblich mit diesem Grundsatz verbunden. Diese Arbeit untersucht Grundlagen, Inhalt und Reichweite der Gesamtverantwortung und nimmt dabei auch die konzernrechtliche Ebene in den Blick.

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Teil 4 Organisation von Vorstand und Unternehmen in den Grenzen der Gesamtverantwortung und Gleichbehandlung

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289 Teil 4 Organisation von Vorstand und Unter- nehmen in den Grenzen der Gesamt- verantwortung und Gleichbehandlung A. Problemstellung Seit der großen Aktienrechtsreform von 1965 hat sich die Organisation der Un- ternehmensführung in der Praxis – vor allem beeinflusst durch den angloameri- kanischen Rechtskreis – sowohl für die unabhängige Gesellschaft als auch den Konzern stark weiterentwickelt. Kollegialität und Gesamtverantwortung sind zwar nach wie vor als die dem Vorstand zugrunde liegenden Organisationsprin- zipien anerkannt, werden jedoch zunehmend als Hemmnis für eine effiziente und international ausgerichtete Unternehmensführung angesehen. Dabei stellt sich für die Aktiengesellschaften das Problem, ob die hergebrachten Organisati- onsprinzipien noch mit den vielfältigen und sich wandelnden Anforderungen einer erfolgreichen unternehmerischen Betätigung kompatibel sind. Die ständige Fortentwicklung des Wirtschaftslebens und insbesondere die wachsenden inter- nationalen Verflechtungen verlangen der AG eine erhebliche innere Anpas- sungsfähigkeit ab, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Der steigende Ar- beitsanfall und die mehr und mehr erforderlich werdenden Spezialkenntnisse müssen vom Vorstand, der sich für die gesamte Leitung und Geschäftsführung verantwortlich zeichnet, effektiv bewältigt werden. In der Unternehmenspraxis besteht vor diesem Hintergrund der Wunsch nach dezentralen Führungsmodel- len, die sowohl den Vorstand als Gesamtorgan als auch das einzelne Vorstands- mitglied in ihrer Aufgaben- und Verantwortungsstellung entlasten und zu einem überschaubaren Haftungsrisiko führen. Zur Umsetzung dieser Entlastungsbe- strebungen wird eine Vielzahl von Aufgaben, oftmals bis auf einen planerisch- strategischen Kernbereich, vom Gesamtvorstand weg auf die einzelnen Vor- standsmitglieder sowie auf leitende...

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