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Textmetamorphosen

Literarische Werke in neuem Gewand

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Edited By Hans-Albrecht Koch

Die Beiträge dieses Buches widmen sich den Prozessen, die Um- und Neugestaltung von literarischen Texten durch Bildende Künstler, Musiker, Dichter, Übersetzer und Regisseure sowie durch die Adaption für den Unterricht bestimmen. Die Frage nach der Natur dieser Prozesse wird entwickelt an Beispielen aus den Märchen der Brüder Grimm, den Umschreibungen von Dramen Shakespeares, den Adaptionen der Judith im deutschen Drama von Hebbel bis Georg Kaiser, den Dramen Gerhart Hauptmanns, den Brecht-Inszenierungen von Pawel G. Ljubimow, den Gedichten von Antonia Pozzi, dem Hamburger Tagebuch Samuel Becketts, der Opernkomposition Georg von Albrechts und der jüngeren Popularmusik. Einige Beiträge zur Buchillustration und zur Übersetzung gewähren unmittelbaren Einblick in die Werkstatt der Künstler.

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Musik und Dichtung in Georg von Albrechts Oper Das Vaterunser (Michael von Albrecht)

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Musik und Dichtung in Georg von Albrechts Oper Das Vaterunser Michael von Albrecht Die Vielfalt der Schattierungen des Metamorphosen-Begriffs, die im Laufe dieser außergewöhnlichen Tagung ans Licht getreten sind, habe ich als Freund der ovi- dischen Metamorphosendichtung besonders genossen. Es wäre verlockend, jede dieser Nuancen bis zu dem altrömischen Dichter zurückzuverfolgen. Doch nicht weniger reizvoll mag es sein, einige von ihnen an einem fast zeitgenössischen Werk zu entdecken, das noch kaum bekannt ist, obwohl das musikalische Schaf- fen von Georg von Albrecht zu seinen Lebzeiten viel gespielt und inzwischen auch, besonders in Amerika, Deutschland und Russland vom Konzertpublikum wie auch von der Musikwissenschaft neu entdeckt und gewürdigt wird. Außer auf die bekannten Nachschlagewerke – den „Grove“ und die neue „Musik in Geschichte und Gegenwart“ – sei besonders auf die Arbeiten von Alexander Schwab und Elliott Antokoletz hingewiesen.1 1. Metamorphosen des Autors Darauf, dass nicht nur das Werk, sondern auch der Autor selbst im Laufe seines Lebens eine Metamorphose durchmacht, hat mit gutem Recht Roswitha Quad- flieg in ihrem Beitrag Dialog mit dem Raubauge hingewiesen.2 Treffend hat der bekannte holländische Schriftsteller Louis Couperus seiner Autobiographie den Titel Metamorphose gegeben. Und bereits Ovid hatte – nachdem er etwa zwei- hundertfünfzig mythische Verwandlungen Revue passieren ließ, im letzten Buch seiner Metamorphosen auch auf natürliche Metamorphosen hingewiesen – etwa von der Raupe zum Schmetterling, aber auch auf die Wandlungen des Menschen vom Embryonalzustand bis zum Greisenalter (15, 214–236). Nachdem ihn Augus- 1 Georg von Albrecht: Gesamtausgabe...

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