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Textmetamorphosen

Literarische Werke in neuem Gewand

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Edited By Hans-Albrecht Koch

Die Beiträge dieses Buches widmen sich den Prozessen, die Um- und Neugestaltung von literarischen Texten durch Bildende Künstler, Musiker, Dichter, Übersetzer und Regisseure sowie durch die Adaption für den Unterricht bestimmen. Die Frage nach der Natur dieser Prozesse wird entwickelt an Beispielen aus den Märchen der Brüder Grimm, den Umschreibungen von Dramen Shakespeares, den Adaptionen der Judith im deutschen Drama von Hebbel bis Georg Kaiser, den Dramen Gerhart Hauptmanns, den Brecht-Inszenierungen von Pawel G. Ljubimow, den Gedichten von Antonia Pozzi, dem Hamburger Tagebuch Samuel Becketts, der Opernkomposition Georg von Albrechts und der jüngeren Popularmusik. Einige Beiträge zur Buchillustration und zur Übersetzung gewähren unmittelbaren Einblick in die Werkstatt der Künstler.

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Von der Paraphrase zur Aneignung:Antonia Pozzi im UnterrichtGeeske Göhler

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Von der Paraphrase zur Aneignung: Antonia Pozzi im Unterricht Geeske Göhler Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Gedichte von Antonia Pozzi ohne dieses Kolloquium zum Unterrichtsgegenstand geworden wären. Diese Tatsache ist nicht nur auf die allgemeine Unkenntnis der Dichterin zurückzuführen, son- dern auch auf die Auswahlkriterien von literarischen Texten im Deutschunter- richt. Die in den Lehrplänen und Richtlinien formulierten Ziele verhindern nicht, dass in den Schulen ein von den Fachkonferenzen legitimierter Rhyth- mus des immer wieder Gelesenen und Bewährten entsteht. So prägt nach wie vor ein „heimlicher Kanon“ die Unterrichtsgegenstände, der zumeist nicht dis- kutiert und durch den Rückgriff auf Prinzipien oder Kompetenzen legitimiert wird. Dieser bewährte Literaturkanon wird durch Schulbuchverlage zusätzlich gestützt. Ein Werk ist erst dann etabliert, wenn es zu ihm auch entsprechende Unterrichtsmaterialien gibt, die dem Lehrer eine Arbeitsentlastung verspre- chen. Durch Absprachen in den Fachgruppen und verbindliche Lektürevor- gaben entsteht das Gefühl, nur wenig Zeit zur Verfügung zu haben und viel Aufwand betreiben zu müssen, um die eingetretenen Pfade gelegentlich zu verlassen. Zudem ist zu bemerken, dass Texte von fremdsprachigen Autoren selten ausgewählt werden. Die Weltliteratur ist im Deutschunterricht nur von marginaler Bedeutung. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass Schülern1 umfangreiche und zusätzliche Lektüren im Unterricht immer seltener zuge- mutet werden. So beschränkt sich die Auswahl auf wenige Werke, die zumeist exemplarisch erarbeitet werden. Wenn die durchaus vorhandenen Freiräume genutzt werden, ist...

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