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Literarizität und Komplexität der Jugendliteratur zur Jahrtausendwende

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Christian Bittner

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Annahme, dass es neben einem Großteil eher konformer und konventionell erzählter Jugendliteratur einen kleinen Teil inhaltlich anspruchsvoller und erzähltechnisch avancierter Werke gibt, die sich prinzipiell nicht von der ‘hohen’ Literatur unterscheiden lassen. Diese komplexen Werke geben aus der Perspektive ausschließlich von Heranwachsenden einen differenzierten Blick auf die immer heterogener und komplexer werdende Lebensphase Jugend. Unter Verwendung von psychologischen und soziologischen Erkenntnissen aus der Jugendforschung wird zunächst eine (Neu-)Definition des Begriffs Jugendliteratur sowie dessen weitere Ausdifferenzierung in drei altersdefinierte Subkategorien vorgenommen. Des Weiteren wird ein literaturwissenschaftlich-narratologisches Instrumentarium erstellt, mit dessen Hilfe die oben genannte These anhand der ausführlichen Analyse von elf jugendliterarischen Werken, die zwischen 1996 und 2006 erschienen sind, überprüft wird.

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4. Werkanalysen

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4.1 Übergangsliteratur 4.1.1 Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich (2002) Mit Prinz William, Maximilian Minsky und ich gab die seit den 1970er Jahren in Berlin lebende amerikanisch-jüdische Autorin Holly-Jane Rahlens 2002 ihr ju- gendliterarisches Debüt. Im Zentrum des Romans steht die 13-jährige, in Berlin lebende Amerikanerin Nelly Sue Edelmeister, die als Ich-Erzählerin rück- blickend über eine Vielzahl sie prägender Erlebnisse in den Wochen zwischen Anfang September 1997 und dem 25. Oktober 1997, dem Tag ihrer Bat-Mizwa, erzählt. Neben dem Themenkomplex Religion, in dem es nicht nur um die Aus- einandersetzung der Protagonistin mit ihrem Glauben, sondern generell auch um die Darstellung jüdischer Religion, jüdischer Kultur und jüdischen Lebens in Berlin bzw. in Deutschland geht, wird die Trennung der Eltern sowie der Um- gang Nellys mit dieser Situation thematisiert. Darüber hinaus macht die Protago- nistin ihre ersten Erfahrungen mit dem Verliebtsein: zum einen in ideeller, schwärmerischer Form für ein populäres Idol, in diesem Fall den britischen Thronfolger Prinz William, zum anderen auf ‚reale‘ Weise mit dem 15-jährigen Maximilian Minsky, der zusammen mit seiner Mutter aus New York nach Berlin gezogen ist. Des Weiteren werden die Themen Eifersucht, Freundschaft, Um- gang mit dem Tod einer vertrauten Person sowie das Erreichen ehrgeiziger Ziele – in Nellys Fall handelt es sich um die Aufnahme in die Basketballmannschaft der Schule – behandelt. Zwar sind diese Themen schlüssig in das Handlungsge- rüst des Romans eingeflochten, sodass durch die schnelle...

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