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Literarizität und Komplexität der Jugendliteratur zur Jahrtausendwende

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Christian Bittner

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Annahme, dass es neben einem Großteil eher konformer und konventionell erzählter Jugendliteratur einen kleinen Teil inhaltlich anspruchsvoller und erzähltechnisch avancierter Werke gibt, die sich prinzipiell nicht von der ‘hohen’ Literatur unterscheiden lassen. Diese komplexen Werke geben aus der Perspektive ausschließlich von Heranwachsenden einen differenzierten Blick auf die immer heterogener und komplexer werdende Lebensphase Jugend. Unter Verwendung von psychologischen und soziologischen Erkenntnissen aus der Jugendforschung wird zunächst eine (Neu-)Definition des Begriffs Jugendliteratur sowie dessen weitere Ausdifferenzierung in drei altersdefinierte Subkategorien vorgenommen. Des Weiteren wird ein literaturwissenschaftlich-narratologisches Instrumentarium erstellt, mit dessen Hilfe die oben genannte These anhand der ausführlichen Analyse von elf jugendliterarischen Werken, die zwischen 1996 und 2006 erschienen sind, überprüft wird.

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5. Literarizität und Komplexität in der Jugendliteratur zur Jahrtausendwende – ein Resümee

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355 5. Literarizität und Komplexität in der Jugend- literatur zur Jahrtausendwende – ein Resümee Zu Beginn dieser Arbeit habe ich die These aufgestellt, dass der avancierte Teil der JL der Jahrtausendwende mittlerweile Anschluss an die allgemeine Literatur gefunden hat und sich in Bezug auf seine Komplexität und Literarizität – insbe- sondere in Hinblick auf die Kompositionsstruktur – nicht mehr von dieser unter- scheidet. Um dieser These anhand von ausführlichen Analysen jugendliterari- scher Werke nachzugehen, war es zunächst jedoch notwendig, Überlegungen zum Begriff und der Definition von JL im Allgemeinen anzustellen und den ak- tuellen Stand der (KJL-)Forschung über literarische Strukturen der JL zur Jahr- tausendwende zu sichten und zusammenzufassen. Mithilfe soziologischer und (entwicklungs-)psychologischer Theorien und Forschungsergebnisse konnte im ersten Kapitel ein detailliertes Bild von der Le- bensphase Jugend zur Jahrtausendwende gezeichnet werden. Es zeigte sich, dass diese Erkenntnisse bislang nur unzureichend in aktuelle Definitionen von und Auseinandersetzungen mit der JL eingeflossen sind. Beispielsweise unterteilt die soziologische und psychologische Forschungsliteratur die Lebensphase Jugend aufgrund ihrer Komplexität und ihrer fortschreitenden Ausdehnung noch einmal in drei unterschiedliche Alterskategorien ein. Eine solche spezifizierende Unter- teilung fehlte jedoch innerhalb der JL bisher. Des Weiteren wird sowohl in der Soziologie als auch der Psychologie eine klare Unterscheidung zwischen der Le- bensphase Kindheit auf der einen sowie der Lebensphase Jugend auf der anderen Seite vorgenommen. Dieser Tatsache wurde hingegen in der KJL-Forschung in Bezug auf die geltenden Definitionsversuche wenig Beachtung geschenkt. Mithilfe der in Kapitel 1 gewonnenen Erkenntnisse wurden im...

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