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Atheismus – in neuer Gestalt?

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Wolfgang Klausnitzer and Bernd Elmar Koziel

Während in der letzten Zeit viel von der «Wiederkehr der Religion(en)» die Rede war, sieht sich die Öffentlichkeit in westlichen Ländern zugleich mit einem unvermuteten Wiedererstarken eines eigentlichen Atheismus konfrontiert. Unter der seit 2006 verbreiteten Bezeichnung «Neuer Atheismus» melden sich Protagonisten oft lautstark und bekenntnishaft zu Wort: mit Berufung auf das aktuelle wissenschaftliche Weltbild behaupten sie die Unterlegenheit und Unhaltbarkeit jeder Orientierung, die im Sinne des Christentums und anderer Weltreligionen mit einer transzendenten Wirklichkeit rechnet. Stattdessen propagieren sie eine vollständig «naturalistische» Weltsicht. Eine angemessene Auseinandersetzung hat die heute vorgebrachten Argumente zu erwägen, sie aber auch in den Kontext der Religionskritik früherer Jahrhunderte zu stellen: Sie wird für ihren Teil das Gespräch anbieten, aber auch christlich Position beziehen.

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Vorwort

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Vorwort Mit diesem Band beginnt der Würzburger Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft die Reihe „Forum Fundamentaltheo- logie“. Vor dem Hintergrund der Rückbesinnung auf die traditionellen Themen der Fundamentaltheologie, wie sie etwa in dem von Walter Kern, Hermann Jo- sef Pottmeyer und Max Seckler herausgegebenen „Handbuch der Fundamen- taltheologie“ (Freiburg 1985–1988; Tübingen ²2000) oder in den neueren Lehr- büchern programmatisch und sachlich zum Ausdruck kommt, soll in der Reihe ein Publikationsforum der Auseinandersetzung mit den klassischen Fragestel- lungen des Faches eröffnet werden. Angesichts des mancherorts festzustellen- den Bewusstseins für die Krise der Fundamentaltheologie in der Debatte um die institutionelle Verortung der Disziplin im Fächerkanon der Theologie wie auch in der Diskussion um den Ort der Theologie im Spannungsfeld von Univer- sität, Kirche und Gesellschaft zeigt schon ein kursorischer Blick auf die Handbü- cher und die Veröffentlichungen der (deutschsprachigen) Fundamentaltheo- logie seit 1985, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter des Faches in ihrer überwiegenden Mehrheit wieder auf die fundamentaltheologischen Kernthe- men (Religionen und Gottesfrage, Offenbarung und Frage nach der Bedeutung Jesu von Nazaret, Ekklesiologie im Kontext der Ökumene) und zunehmend – und damit zusammenhängend – auch auf die Aufgabe einer Fundamentierung und Selbstvergewisserung der Theologie insgesamt (Theologische Erkennt- nislehre) zu besinnen scheinen1. Der vorliegende Band nimmt das Phänomen des Atheismus in den Blick. Nach der Implosion des Staatskommunismus und des Marxismus in Osteuropa als einer gesellschaftsbestimmenden Weltanschauung im Jahr 1989 erschien man- chen damaligen Analytikern der zeitgenössischen Gesellschaftssituation...

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