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Kulturwissenschaft(en) im europäischen Kontext

Fachhistorische Entwicklungen zwischen Theoriebildung und Anwendungsorientierung

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Edited By Steffen Höhne

Nachdem die Kulturwissenschaft sich als eigenständige, wenngleich nicht unumstrittene akademische Disziplin etabliert hat, scheint es an der Zeit, einen vergleichenden Blick auf die fachimmanente Entwicklung mit ihren in Europa unterschiedlichen Traditionen zu werfen. Hierzu werden aus einer interdisziplinären und transnationalen Perspektive unterschiedliche Herausbildungen der Kulturwissenschaft vorgestellt und Perspektiven einer europäischen Disziplin diskutiert.
Although cultural studies have been established as an independent, albeit not undisputed, academic discipline, it is worthwhile to trace its roots and its dissemination within several scholarly traditions. To do so, different formulations of cultural studies are presented, all of which are written from various interdisciplinary and transnational perspectives.

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Jürgen Joachimsthaler: Kulturwissenschaft(en) und Kulturalismus

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Jürgen Joachimsthaler Kulturwissenschaft(en) und Kulturalismus 1. Vorspiel: Der „Tod des Autors“, ein kulturalistisches Missverständnis DEL Karasholi existiert“. So las ich Anfang 2011 in einer Abschluss- arbeit und kurz darauf wie zur Bestätigung noch einmal: „Er existiert wirklich“. Die Emphase, mit der hier ein junger Absolvent die von niemand bestrittene Existenz des syrisch-deutschen Autors, über den er arbei- tete, betont, erklärt sich so richtig erst vor dem theoretischen Hintergrund, dem er diese Feststellung geradezu trotzig entgegenstellen zu müssen glaubt. Mit dem Eifer des Anfängers hatte er zuvor in seiner Einleitung eine Vielzahl gängiger theoretischer Konzepte amalgamiert, die alle in die kulturwissen- schaftliche Diskussion seit 1989/90 eingeflossen sind: Eine Brise Medienwis- senschaft, Schlagworte aus Bourdieus Feldtheorie,4 einen Hauch Dekonstruk- tion,5 Luhmann-Zitate aus zweiter Hand, Foucaults Analyse der Autorfunkti- on6 und, im Anschluss daran, diverse Konzepte zur Erklärung von Autor- schaft,7 in denen es nicht mehr um den empirischen Autor geht, sondern um die Funktion eines einem Text paratextuell zugeordneten Verfassernamens, dies alles vermischt mit etwas Kulturökonomie.8 Gegenüber älteren Autor- 4 Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Übers. v. Bernd Schwibs / Achim Russer. Frankfurt/M. 1999. 5 Eine schöne Defintion stammt von Samuel R. Delany: „a word I take to mean ,an analysis of possible (as opposed to impossible) meanings that subvert any illusions we have of becoming true masters over a given text“, K. Leslie Steiner [=Samuel R. Delany]: Re- turn...

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