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Die Verhinderung der Vollendung beim strafbefreienden Rücktritt

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Sandra Koch-Schlegtendal

Der Gesetzgeber gewährt dem Täter grundsätzlich die Möglichkeit von dem Versuch einer Tat strafbefreiend zurückzutreten. Doch warum kann der Täter überhaupt zurücktreten? Wann kann er tatsächlich (noch) zurücktreten und vor allem, welche Handlungen und/oder Maßnahmen muss er konkret ergreifen, um in den Genuss der Straffreiheit bezüglich der versuchten Tat zu kommen? All diesen Fragen widmet sich dieses Buch. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere bei der Problematik, welche Qualität das Rücktrittsverhalten des Täters haben muss, damit ihm das Privileg des strafbefreienden Rücktritts zu Gute kommt. Anhand von Rechtsprechung und Literatur werden die zum Teil sehr konträren Ansichten dargestellt und einer genauen Prüfung unterzogen.

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Einleitung

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Das Gesetz stellt in § 23 Abs. 1 StGB1 den Versuch einer Tat unter Strafe, soweit es sich um ein Verbrechen handelt (§ 23 Abs. 1, 1. Alt. StGB). Der Versuch eines Vergehens ist nur dann unter Strafe gestellt, wenn das Gesetz dies aus- drücklich anordnet (§ 23 Abs. 1, 2. Alt. StGB). Aus § 23 Abs. 2 StGB ergibt sich, dass das Gericht die Strafe bei einem versuchten Delikt mildern kann. Aus dem Wort „kann“ wird jedoch deutlich, dass eine Strafmilderung nicht zwingend erfolgen muss, so dass unter Umständen auch der Versuch mit der gleichen Stra- fe wie eine vollendete Tat geahndet wird. Neben der grundsätzlichen Strafbarkeit des Versuchs gewährt der Gesetzgeber in § 24 StGB jedoch jedem Täter die Möglichkeit, durch eine entsprechende Rücktrittshandlung von dem begangenen Versuch strafbefreiend zurückzutreten. Hier stellt sich die Frage, warum der Gesetzgeber dem Täter dieses Privileg gewährt, obschon der Versuch einer Tat unter Strafe gestellt ist und der Täter durch seine strafbare Versuchshandlungen durchaus eine gewisse kriminelle Energie an den Tag gelegt hat. Fraglich ist auch, welche konkreten Anforderungen an das Rücktrittsverhalten des Täters zu stellen sind, damit ihm das Privileg der Straffreiheit zugute kommt. Die vorliegende Arbeit wird sich mit dem Problem der „Verhinderung der Vollendung beim strafbefreienden Rücktritt“ befassen. Das StGB spricht in meh- reren Paragraphen davon, dass derjenige, der die Vollendung der Tat verhindert, Straffreiheit erlangt. So wird gemäß § 24 Abs. 1 S. 1, 2. Alt. StGB wegen Ver- suchs...

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