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Vertrauen und Kreditentscheidungen

Eine empirische Analyse zum Einfluss von Vertrauen in Kreditbeziehungen zwischen öffentlichen Banken und kleinen und mittelständischen Unternehmen

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Matthias Schoen

Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der empirischen Analyse des Einflusses von Vertrauen auf Kreditentscheidungen in Kreditbeziehungen zwischen öffentlichen Banken und kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Dabei wird konkret untersucht, welchen Einfluss das persönliche Vertrauen des Kundenbetreuers in seinen Ansprechpartner des Unternehmens und das Vertrauen der Bank in das Unternehmen selbst einen Einfluss auf die beziehungsspezifischen Agency-Kosten und die zentralen Parameter der Kreditvergabe (Kreditzinsen, Kreditsicherheiten und Kreditverfügbarkeit) haben. Die theoretische Grundlage der Arbeit bildet die Forschungsrichtung des Relationship Bankings, in der analysiert wird, inwiefern die Intensität von Kreditbeziehungen zwischen Banken und Unternehmen einen Einfluss auf die Kreditvergabeparameter haben. Diese Arbeit greift dabei ein wesentliches Manko in dieser Forschungsrichtung auf, indem sie explizit Vertrauen als Variable zur Beschreibung des Interaktionsprozesses zwischen den handelnden Personen in der Beziehung zwischen Bank und Unternehmen analysiert.

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2. Grundlagen

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2.1 Grundlagen zu Vertrauen Das Ziel dieses Kapitels ist es, die Grundlagen zu Vertrauen zu erörtern. Dabei wird im ersten Unterkapitel auf das Wesen von Vertrauen eingegangen. Im An- schluss daran werden die organisationalen Ebenen von Vertrauen vorgestellt. Das dritte Unterkapitel gibt einen Überblick über die wesentlichen Aspekte der Ver- trauensentstehung. Abschließend wird auf die möglichen Wirkungsweisen von Vertrauen in ökonomischen Austauschbeziehungen auf interpersonaler und inter- organisationaler Ebene eingegangen. 2.1.1 Wesen des Vertrauens 2.1.1.1 Wesensmerkmale von Vertrauen Vertrauen ist ein interdisziplinäres Phänomen, das sowohl in der Psychologie, der Sozialpsychologie, der Soziologie, den Wirtschaftswissenschaften, der Phi- losophie oder auch in der Politikwissenschaft untersucht wird.18 Eine klare be- griffliche Festlegung von Vertrauen ist vor allem deshalb schwierig, weil das an sich schon schwer greifbare Wesen von Vertrauen je nach Disziplin und Autor unterschiedliche Definitionen erfährt.19 Grundsätzlich sind Vertrauensbeziehun- gen dadurch gekennzeichnet, dass immer zwei Parteien, der Vertrauensgeber und der Vertrauensnehmer, involviert sind.20 Voraussetzung für Vertrauensentschei- dungen sind einerseits die Existenz von Risiko auf Seiten des Vertrauensgebers und andererseits die gegenseitige Abhängigkeit der Partner.21 Das in einer Ver- 18 Vgl. für die Psychologie Cook/Wall (1980), Johnson-George/Swap (1982) oder Rotter (1967), für die Sozialpsychologie Deutsch (1973), die Soziologie Barber (1983), Granovetter (1985), Lewis/Weigert (1985), Luhmann (2000) oder Shapiro (1987), die Wirtschaftswissenschaften Albach (1980), Arrow (1974) oder Williamson (1993), die Philosophie Baier (1986) und die Politikwissenschaften Axelrod (1991) oder Fukuyama (1995). 19 Vgl. Hosmer (1995), S. 379 f. Für einen Überblick an Vertrauensdefinitionen...

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