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Czesław Miłosz und Joseph Brodsky

Die Freundschaft zweier Dichter

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Irena Grudzinska-Gross

Dieses Portrait der Freundschaft zwischen zwei Ikonen der Dichtkunst des 20. Jahrhunderts, Czesław Miłosz und Joseph Brodsky, beleuchtet die Parallelen in den Leben der beiden Dichter und Literaturnobelpreisträger. Grudzińska-Gross greift auf Gedichte, Essays, Briefe, Interviews, Vorträge und eigene Erinnerungen als Vertraute der beiden Dichter zurück, die einen Teil ihres Lebens im amerikanischen Exil verbrachten. Das Doppelportrait der Dichter und die Erläuterung ihrer Einstellungen zu Religion, Geschichte, Erinnerung und Sprache werfen ein neues Licht auf die Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Zusätzlich schildert die Autorin Miłoszs und Brodskys Beziehungen zu anderen literarischen Schlüsselfiguren wie W. H. Auden, Susan Sontag, Seamus Heaney, Mark Strand, Robert Hass, Derek Walcott.

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Epilog

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Kapitel 9 Tod und Freundschaft Miłosz besaß eine erstaunliche schöpferische Kraft. Er starb nach einem langen und sehr produktiven Leben – seine Schaffensphase umfasste ganze fünfund- siebzig Jahre! Bei seinem Begräbnis am 27. August 2004 in Krakau erklärte Rabbi Sacha Pecaric: „Miłosz war ein Dichter der Fülle, und sein Leben war so überreich, dass er wie die alten Patriarchen satt an Tagen von uns ging“. Brodsky starb zu früh, wurde zu Fall gebracht, während er noch im Aufstieg be- griffen war. Nach dem Tod der Dichter wurden Gottesdienste, Wachen, Geden- kabende abgehalten; für Miłosz u.a. in Krakau, New York, Berkeley, Wilna, für Brodsky in New York, Moskau, St. Petersburg und Venedig. Die Zeitungen druckten Nachrufe, Artikel und ausgewählte Gedichte. Ihr Tod setzte eine ge- waltige poetische Energie frei – der Tod eines Dichters verlangt dessen Huldi- gung durch Gedichte, eine Verarbeitung in Worten. Bei dieser Gelegenheit ent- standen außergewöhnlich viele Bücher, Artikel, Filme und Arbeiten, und die Trauerarbeit ist noch lange nicht beendet. Es wird gesagt, dass Dichter sich durch ihren Tod in die Hände ihrer Leser geben, und auch dieses Buch ist ein Teil der Gedächtnisarbeit. Elegische Lyrik ist die Grundmethode, nach der zeitgenössische Dichter das Verrinnen der Zeit, die Vergänglichkeit ihres eigenen Lebens oder des Lebens anderer beschreiben. Sowohl Miłosz als auch Brodsky praktizierten diese Art der Dichtung, deren Offenheit für Autobiographisches sie anzog. Michail Lot- man schreibt,...

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