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Bürgerstiftungen in Deutschland

Entwicklungen, Erfahrungen und Ausblicke

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Matthias Klein

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bürgerstiftung als besonderer Ausgestaltungsform der Stiftung bürgerlichen Rechts. Von den Anfängen der Bürgerstiftung in Deutschland Ende des 20. Jahrhunderts, als die Idee aus den USA importiert wurde, wird die Entstehung und Entwicklung der Bürgerstiftungslandschaft umfassend dargestellt und ausgewertet. Im Rahmen der sich tatsächlich darstellenden Verhältnisse werden insbesondere bürgerstiftungsspezifische Rechtsfragen zur Gründung und Tätigkeit der Bürgerstiftung und ihrer Gremien aufgezeigt und praktische Lösungen angeboten. Diese Arbeit kann daher auch als Wegweiser für Neugründungen und Handbuch für bestehende Bürgerstiftungen dienen.

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1. Kapitel: Grundlagen der Untersuchung; Geschichte und Entwicklungen

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§ 1 Einleitung Das Stiftungswesen mit seiner langen Tradition in Deutschland hat in den Jahren nach der Wiedervereinigung wieder deutlich an Bedeutung für die Gesellschaft gewonnen. Betrachtet man die Anzahl an Neugründungen von Stiftungen – noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik wurden mehr Stiftungen gegründet als in den letzten fünfzehn Jahren – kann man von einem regelrechten „Stiftungs- boom“ sprechen. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird,1 was sich darin bestätigt, dass auch die Finanzkrise die Zahl der Neugründungen an Stiftungen nur marginal beeinflusst hat.2 In der Gründungswelle zeigt sich, dass in Zeiten, in denen die sozialen Siche- rungseinrichtungen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen und die Dis- krepanz zwischen wachsender öffentlicher Armut und ansteigendem privaten Reichtum zunehmend offensichtlich wird,3 privates Kapital immer stärker zur Sicherung des Wohlstandes der gesamten Gesellschaft eingesetzt werden kann, um diese sozialen Probleme unserer Zeit zu lösen. Es ist ein neuer Ansatz, durch die Einbringung und Nutzung privaten Kapitals zum Beispiel in gemeinnützig tätigen Stiftungen auf Dauer die Erfüllung aller Aufgaben eines Sozialstaates zu gewährleisten. „Wenn der Staat versagt, müssen es die Bürger in die Hand neh- men.“4 Dieser plakative Aufruf zu mehr Eigenverantwortung mag aus der Not entstanden sein, birgt jedoch neben der Lösung sozialer Probleme die Chance, 1 Then/Timmer, Innovative Stiftungsformen, in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Handbuch Stiftungen, S. 247, 249. 2 Bundesverband Deutscher Stiftungen (Hrsg.), StiftungsReport 2009/10, S. 15;...

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