Show Less

To and fro in shadow – by way of neither

Grundlegung der literarischen Hermeneutik am Beispiel der Werke Samuel Becketts

Stefan Schenk-Haupt

Noch immer umgibt Samuel Becketts Werke der Nimbus des Rätselhaften – trotz aller Bemühungen der Literaturkritik, auch im Rahmen der Neuen Literaturtheorien. Dem entgegen, unternimmt die Studie erstmals eine hermeneutische Untersuchung der Texte. Sie setzt voraus, Beckett habe dem Leser alle zu ihrem Verständnis notwendigen Mittel an die Hand gegeben: zwar nicht in einem Text allein, wohl aber in der internen Dialogizität der Texte untereinander. Die Studie entwickelt hierfür einen eigenen Interpretationsansatz, der die historischen Voraussetzungen der Hermeneutik sowie die produktive Abgrenzung zum Poststrukturalismus verarbeitet. In der hermeneutischen Anwendung zeigen sich überraschend konsistente Motivstrukturen und Aussagemomente, und Becketts Schaffen erweist sich als ein geschlossenes literarisches System, welches seine eigenen Möglichkeiten konstruktiv im Ausschlußprozeß des ‘weder … noch’ erschöpft.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil I: Eine hermeneutische Untersuchung der Werke Samuel Becketts

Extract

15 Teil I Eine hermeneutische Untersuchung der Werke Samuel Becketts 1. Gegenstand und Aufbau der Untersuchung Verstehst Du denn, was Du liesest? Apostelgeschichte 8: 30 Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Auseinandersetzung mit den Texten Samuel Becketts, die hier mittels hermeneutischer Methoden neu gelesen werden sollen. Nun bedeutet ein solches Ansinnen, daß hier eine im Grunde althergebrach- te Auslegungslehre auf das Werk eines unverändert als ‚modern‘ und avantgardi- stisch einzustufenden Autors angewendet wird. Zu diesem Zweck soll produktiv an zwei Debatten angeknüpft werden, die in den siebziger Jahren intensiv geführt und in den achtziger Jahren recht abrupt beendet wurden. Gemeint ist einerseits die Me- thodendiskussion um die Ausformung einer philologischen Hermeneutik, die sich für die literaturwissenschaftliche Analyse von Texten in stärkerem Maß eignet als die in philosophischer Abstraktion verbleibenden Konzepte Heideggers und Gada- mers, und andererseits das Bemühen um das Verständnis der Werke Becketts, die als hochgradig erklärungsbedürftig gelten. Beide Diskussionsstränge haben auf den ersten Blick wenig gemein, ausgenommen vielleicht den Umstand, daß beide abge- brochen wurden durch den Aufschwung der Dekonstruktion, welche ein integrales Verständnis von Texten im allgemeinen und der Texte Becketts im besonderen nicht für möglich hält. Obwohl dekonstruierende Lektüreweisen noch immer anzu- treffen sind, hat dieser Ansatz seinen Höhepunkt mittlerweile überschritten und sieht sich seinerseits der Kritik ausgesetzt. Es scheint dies der geeignete Zeitpunkt zu sein für eine Renaissance der Hermeneutik, die sich auf die Analyse des Textes konzentriert....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.