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To and fro in shadow – by way of neither

Grundlegung der literarischen Hermeneutik am Beispiel der Werke Samuel Becketts

Stefan Schenk-Haupt

Noch immer umgibt Samuel Becketts Werke der Nimbus des Rätselhaften – trotz aller Bemühungen der Literaturkritik, auch im Rahmen der Neuen Literaturtheorien. Dem entgegen, unternimmt die Studie erstmals eine hermeneutische Untersuchung der Texte. Sie setzt voraus, Beckett habe dem Leser alle zu ihrem Verständnis notwendigen Mittel an die Hand gegeben: zwar nicht in einem Text allein, wohl aber in der internen Dialogizität der Texte untereinander. Die Studie entwickelt hierfür einen eigenen Interpretationsansatz, der die historischen Voraussetzungen der Hermeneutik sowie die produktive Abgrenzung zum Poststrukturalismus verarbeitet. In der hermeneutischen Anwendung zeigen sich überraschend konsistente Motivstrukturen und Aussagemomente, und Becketts Schaffen erweist sich als ein geschlossenes literarisches System, welches seine eigenen Möglichkeiten konstruktiv im Ausschlußprozeß des ‘weder … noch’ erschöpft.

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Teil III: Oberflächenrekurrenz und Tiefenstruktur in den Werken Samuel Becketts

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201 Teil III Oberflächenrekurrenz und Tiefenstruktur in den Werken Samuel Becketts In den einleitenden Kapiteln wurde die These aufgestellt, Becketts Werke seien untereinander durch zahlreiche Themen- und Motivkomplexe verbunden, und zwar auf eine derart weitreichende Weise, daß erst im Zusammenspiel der Texte ver- stehbar wird, was in ihnen jeweils auf fragmentarische Art und Weise in immer neuer Annäherung ausgesagt wird. Mit Hilfe der im theoretischen Teil aufgestellten hermeneutischen Methoden soll nun der Nachweis dieser subkutanen Werkver- flechtung bei Beckett unternommen werden. Daß hier die hermeneutische Theorie als Werkzeug und Ansatzpunkt der Interpretation gewählt wurde, fügt die vorlie- gende Interpretationsarbeit von vornherein in den Rahmen der hermeneutischen Voreinstellung ein. Dies bedeutet, daß, gemäß den hermeneutischen Prämissen, den Texten ein Sinnpotential und ein Sinngehalt unterstellt wird. Darüber hinaus geht der hermeneutische Ansatz von vornherein davon aus, daß Becketts Werke ver- standen werden können und daß sie verstanden werden wollen. In diesem Sinn soll gezeigt werden, daß die Texte, trotz aller Vorzeichen einer Ästhetik der Negativität, die man Beckett oft zugeschrieben hat,267 (auch) ein Sinn- angebot unterbreiten, weshalb ihre literarischen und sprachlichen Gestaltungswei- sen und ihre Aussagestrukturen präzise beschrieben werden können. Dabei wird es nicht darum gehen, die konkrete Intention dieses oder jenes Textes oder gar die zugrundeliegende Autorintention extrahieren zu wollen. Vielmehr geht es um die ständige, in sich oszillierende Bewegung zwischen Sinnangebot und Sinnverweige- rung und damit die für Beckett charakteristische Textbewegung des weder … noch. Denn in dieser...

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