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Sprechen und Vortragen lernen im Fremdsprachenunterricht

Interpretativ, kreativ und ganzheitlich mit Gedichten

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Anke Stöver-Blahak

In dieser empirischen Arbeit geht es um die Evaluierung von Methoden der Ästhetischen Kommunikation im Fremdsprachenunterricht. Konkret untersucht wird die Entwicklung der Sprech- und Vortragskompetenz von sieben Probandinnen und Probanden eines Sprachkurses Deutsch als Fremdsprache, die sie während eines Semesters entwickeln, während sie die Sprechfassung eines Gedichtes erarbeiten. Das Forschungsprojekt folgt dabei einem qualitativen Ansatz und ist dem Bereich der action research zuzuordnen. Im Ergebnis kann die Autorin deutliche Entwicklungen der individuellen Sprech- und Vortragskompetenzen nachweisen. Sie zeigt somit, dass kreative, ganzheitliche Methoden der ästhetischen Kommunikation sinnvoll im Fremdsprachenunterricht einzusetzen sind und der Referenzrahmen in diesem Bereich ausdifferenziert werden könnte.

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1 Einführung

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1.1 Hintergrund Ausländische Studierende haben im Gespräch und bei längeren Redebeiträgen oder Präsentationen und Vorträgen oft Schwierigkeiten, vollständige Sätze ge- bunden, in angemessener Intonation, Artikulation und Haltung zu sprechen. Es fehlt ihnen Sprech- und Vortragskompetenz, worunter in erster Näherung Teil- kompetenzen wie die Artikulation oder Intonation verstanden werden können, aber auch z.B. der Einsatz von Gestik oder Mimik (vgl. Kapitel 2). Fehlende Sprech- und Vortragskompetenzen können zu Irritationen, zu Missverständnis- sen und im Extremfall auch zum völligen Misslingen von Kommunikation füh- ren. Die Akzeptanz eines Sprechers in einer Fremdsprache hängt in Vortragssitu- ationen zwar ganz wesentlich von seiner Aussprache ab, aber auch von seiner Fähigkeit, situationsangemessen, textangemessen und seiner eigenen Persön- lichkeit angemessen zu sprechen: „Die Haltung hilft dem Inhalt auf die Beine.“ (Nadolny 2010, 335, vgl. vorangestelltes Zitat) Bis zu dem Beginn der vorliegenden Studie gab es in meinem Arbeitsfeld keinen Kurs, der diese Aspekte der ´Mündlichen Kommunikation` systematisch bearbeitete. Bei einer Überblicksrecherche an deutschen Universitäten und auch im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (im weiteren Verlauf: GeR) (Brim/North/Coste 2001; 2000) fanden sich ebenfalls keine passenden Unter- richtsmodelle. Phonetikkurse befassen sich eher mit Einzellauten und Kombina- tionen von Lauten, führen aber selten zu längeren Vortrags- oder Redeleistun- gen. Kurse für Vortrags- und Präsentationstechniken trainieren das Erstellen und Halten von Präsentationen eher auf inhaltlicher und formaler Ebene – weniger auf der sprechtechnischen. Das ist umso erstaunlicher, als Deutsch...

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