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Die GmbH nach ihrer Löschung aus dem Handelsregister

Erfordernis einer «Nach-GmbH»?

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Anja Wiedemann

Eine GmbH entsteht mit ihrer Eintragung im Handelsregister. Soll sie ihrem Untergang zugeführt werden, wird sie aufgelöst und in der Regel liquidiert. Am Ende folgt die Löschung aus dem Handelsregister. Zu welchem Zeitpunkt die GmbH allerdings tatsächlich beendet wird, ist umstritten. Relevant ist dies insbesondere, wenn nach der Löschung noch Vermögenswerte oder andere Rechte und Pflichten der GmbH auftauchen. In diesem Fall wird eine Nachtragsliquidation durchgeführt. Es fragt sich aber, ob die GmbH trotz der Löschung noch als juristische Person fortbesteht oder ob sie eine andere Gestalt annimmt, so dass eine «Nach-GmbH» entsteht. Diesen Fragen geht die Arbeit nach, indem sie herausarbeitet, welche Faktoren für eine GmbH maßgeblich sind und wann sie als solche vollständig untergeht.

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B. Beendigung der GmbH

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Wie bereits erwähnt, beinhaltet das geltende Recht keine Vorschrift, die be- stimmt, wie die Beendigung der GmbH eintritt. Es regelt jedoch das Stadium der Auflösung, welches zum Untergang der Gesellschaft führen soll (§§ 66 ff. GmbHG) und enthält die bereits einführend erwähnten Vorschriften zur Lö- schung aus dem Handelsregister. I. Gesetzlich vorgesehener regulärer Ablauf bis zur Beendigung Das vorgesehene reguläre Verfahren zur Beendigung der GmbH gliedert sich in drei Phasen: Zunächst wird die Gesellschaft aufgelöst, dann liquidiert und am Ende erlischt sie, wird also vollständig aus dem Rechtsverkehr beseitigt.14 Zeigt sich hinterher noch Vermögen oder anderer Abwicklungsbedarf, schließt sich eine sogenannte Nachtragsliquidation an.15 Weil diese für den Fall, dass schon vorher eine Abwicklung stattgefunden hat, nicht im GmbH-Gesetz geregelt ist, wird hier § 273 Abs. 4 AktG entsprechend angewandt.16 1. Auflösung und ihre Folgen Die Auflösung kann auf einer autonomen Entscheidung der Gesellschafter beru- hen, die damit zum Ausdruck bringen, dass sie die GmbH ihrem Ende zuführen wollen (vgl. § 60 Abs. 1 Nr. 1, 2 sowie Abs. 2 GmbHG). Sie kann aber auch ge- setzlich vorgegeben sein (insbesondere § 60 Abs. 1 Nr. 4–7 GmbHG) oder durch die Entscheidung einer staatlichen Stelle (§ 60 Abs. 1 Nr. 3 i. V. m. §§ 61, 62 GmbHG) angeordnet werden.17 In diesen Fällen erfolgt die Auflösung haupt- sächlich, um Gefahren für den Rechtsverkehr zu begegnen, die von der GmbH ausgehen, oder zum Schutze der Gesellschafterminderheit.18...

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