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Kinder- und Jugendliteratur in Medienkontexten

Adaption – Hybridisierung – Intermedialität – Konvergenz

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Gina Weinkauff, Ute Dettmar, Thomas Möbius and Ingrid Tomkowiak

TV-Serien, Filme und Computerspieladaptionen gehören ebenso wie Smartphones und Tablet-Computer heute zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Mit der Ausdifferenzierung der Medien wandeln sich kinder- und jugendliterarische Formen und Themen. Texte werden im Verbund produziert und vermarktet und im Medienzusammenhang rezipiert. Die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption, aber auch zwischen den Medien werden offener. So werden kinder- und jugendliterarische Stoffe häufig medienübergreifend entwickelt. Nicht zuletzt zeigen sich die Austauschprozesse in vielfältigen intertextuellen Bezügen, in denen die Kinder- und Jugendliteratur auf andere Medien verweist. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beleuchten die skizzierten Phänomene mit ihren ökonomischen, ästhetischen, individuellen und didaktischen Aspekten und Konsequenzen. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Perspektiven betrachtet.

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’Die Form der Moral’: Überlegungen zum Prozess der filmischen Aktualisierung von Erich Kästners Roman Emil und die Detektive (André Kagelmann)

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’Die Form der Moral’: Überlegungen zum Prozess der filmischen Aktualisierung von Erich Kästners Roman Emil und die Detektive André Kagelmann Erich Kästner und die Medien „Kästner ist in mich hinein emaniert, und ich habe versucht, Kästnerisch zu schreiben“: So antwortete ausgerechnet Christian Kracht in der Sendung Druck- frisch auf die Frage nach dem literarischen Konzept, das seinem 2012 er- schienenen und kontrovers diskutierten Roman Imperium zugrundeliege. Was dieses durchaus überraschende Statement genau bedeuten soll, wird im Verlauf der Interviews zwar nicht aufgeklärt, doch sieht Kracht in Kästner sozusagen das Vorbild eines Schriftstellerdarstellers, der, wie er sich ausdrückt, „lediglich mit den Worten hantiert und sie dann hübsch zusammenfügt“ (Druckfrisch 2012). Das ist hier, so sei hinzugefügt, ausdrücklich positiv gemeint und zielt auf eine Poetik, die vorrangig inszenieren will, statt zu ergründen, womit Kracht den Meister der Selbstinszenierung, der Kästner auch war (man bedenke nur die Vorworte seiner Werke), durchaus treffend kennzeichnet (vgl. Ewers 2002). Al- lerdings blendet er den Aufklärer und Moralisten Kästner bei dieser Einschät- zung vollkommen aus.26 Der Crosswriter27 Kästner changierte nicht nur in seinen literarischen Texten zwischen diegetischen Welten und der Realität, er überschritt auch Mediengren- zen, und zwar sowohl von der Literatur zum Film als auch umgekehrt.28 Kästner ist sozusagen systematisch in die Medien hinein emaniert: Er bearbeitete seine eigenen literarischen Werke für den Film, verfasste Originaldrehbücher und trat zudem als auktoriales Ich, wie man im...

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