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Kinder- und Jugendliteratur in Medienkontexten

Adaption – Hybridisierung – Intermedialität – Konvergenz

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Gina Weinkauff, Ute Dettmar, Thomas Möbius and Ingrid Tomkowiak

TV-Serien, Filme und Computerspieladaptionen gehören ebenso wie Smartphones und Tablet-Computer heute zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Mit der Ausdifferenzierung der Medien wandeln sich kinder- und jugendliterarische Formen und Themen. Texte werden im Verbund produziert und vermarktet und im Medienzusammenhang rezipiert. Die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption, aber auch zwischen den Medien werden offener. So werden kinder- und jugendliterarische Stoffe häufig medienübergreifend entwickelt. Nicht zuletzt zeigen sich die Austauschprozesse in vielfältigen intertextuellen Bezügen, in denen die Kinder- und Jugendliteratur auf andere Medien verweist. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beleuchten die skizzierten Phänomene mit ihren ökonomischen, ästhetischen, individuellen und didaktischen Aspekten und Konsequenzen. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Perspektiven betrachtet.

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Erich Kästners Die Konferenz der Tiere und ihre Verfilmungen: Aspekte der Adressierung, Modernisierung und Kommerzialisierung (Sonja Müller)

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Erich Kästners Die Konferenz der Tiere und ihre Verfilmungen: Aspekte der Adressierung, Modernisierung und Kommerzialisierung Sonja Müller Die Konferenz der Tiere erschien 1949 nach einer Idee von Jella Lepman mit Bildern von Walter Trier. Kästner nahm darin Bezug auf die zeitgenössische, politische Situation nach 1945 und appellierte im kriegszerstörten Nachkriegs- deutschland an Völkerverständigung und Friedenserziehung. Eine filmische Adaption des Stoffes erfolgte – im Gegensatz zu Kästners Emil und die Detektive beispielsweise – erst mit einem größeren zeitlichen Ab- stand. Im Jahr 1969, fünf Jahre vor Kästners Tod, setzte Curt Linda den Stoff ambitioniert in einem ersten, abendfüllenden Trickfilm um. Seit 2010 liegt mit Konferenz der Tiere unter der Regie von Reinhard Klooss und Holger Tappe erstmals eine Umsetzung als 3-D-Animationsfilm vor. Die Konferenz der Tiere (1949): Ein Buch für Kinder und Kenner? „Wir werden die Welt schon in Ordnung bringen, wir sind ja schließlich keine Menschen“ (Kästner 1998, S. 22), sagt der Elefant Oskar und betont die morali- sche Überlegenheit der Tiere. In Kästners Konferenz spielen die Tiere denn auch die Hauptrolle. Sie erscheinen idealisiert und quasi als „Chiffre für die besseren Menschen“ (Schipperges 2008, S. 89). Die Tiere versammeln sich zu einer ersten und einzigen Konferenz, um die Menschen zur Vernunft zu bringen, den Weltfrieden herzustellen und den Kin- dern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dazu präsentieren der Löwe Alois, die Giraffe Leopold und der Eisbär Paul den Menschen einen...

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