Show Less

Schwierige Dreierbeziehung

Österreich und die beiden deutschen Staaten

Series:

Edited By Jochen Staadt

Drei Nachfolgestaaten gingen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus Hitlers Großdeutschland hervor. Das Verhältnis zwischen ihnen blieb bis zur deutschen Wiedervereinigung eine schwierige Dreierbeziehung. Die Republik Österreich und die Bundesrepublik Deutschland waren auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet über alle Jahre aufs engste miteinander verbunden. Der DDR gelang es erst in den frühen siebziger Jahren, die lange erwünschten zwischenstaatlichen Beziehungen zu Österreich herzustellen und ihre Wirtschaftsbeziehungen zu der Alpenrepublik mit erheblichem Erfolg auszubauen. Die Beiträge in diesem Band widmen sich auf unterschiedlichen Feldern dem besonderen Verhältnis zwischen Österreich und den beiden deutschen Staaten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Die schwierige Beziehungzweier „Bruderparteien“. SED, KPÖ, Ernst Fischer und Franz Kafka

Extract

Die schwierige Beziehung zweier „Bruderparteien“. SED, KPÖ, Ernst Fischer und Franz Kafka von Maximilian Graf und Michael Rohrwasser Einleitende Bemerkungen Man schlägt den Sack und meint den Esel (man kritisiert Ernst Fischer und meint die KPÖ), man spricht von Franz Kafkas „Prozess“ und meint den Prager Schauprozeß gegen Rudolf Slánský von 1952, man versucht einen jüdischen Autor zu rehabilitieren und thematisiert damit den Antisemitismus im stalinisti- schen System, man bekämpft Kafka und sieht in dessen Verteidigern Schädlinge der Partei – selten ist es so offensichtlich, daß Kulturpolitik, Ästhetik-Debatten und politische Auseinandersetzungen ineinanderfließen und sich überdecken wie bei den Kontroversen zwischen SED und KPÖ in den 1960er Jahren des Kalten Krieges. Naheliegend also, daß Zeithistoriker und Literaturhistoriker ihre Blick- winkel erweitern. Die Beziehungen KPÖ-SED bis 1963 Im Moskauer Exil stand die österreichische KP im Schatten der deutschen Exil- KP und drohte 1937 ihre Eigenständigkeit zu verlieren.1 Daß Stalin kein Interes- se an einer weiteren Stärkung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) hatte, kam dann Ernst Fischer, Vertreter der Kommunistischen Partei Öster- reichs (KPÖ) bei der Kommunistischen Internationale (Komintern), und seinen österreichischen Landsleuten zugute. In einer 1944 in Moskau entstandenen Broschüre mit dem Titel „Die Wiedergeburt Österreichs“, an der Fischer mit- gearbeitet hatte, wurde die Rolle der Kommunisten im „nationalen Freiheits- kampf des österreichischen Volkes“ unterstrichen.2 Und in seinen 1969 erschie- 1 Vgl. McLoughlin, Barry/Schafranek, Hans/Szevera, Walter: Aufbruch – Hoffnung – Endstation. Österreicherinnen und Österreicher in der Sowjetunion 1925–1945. Wien 1997. 2 Die Wiedergeburt Österreichs....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.