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Schwierige Dreierbeziehung

Österreich und die beiden deutschen Staaten

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Edited By Jochen Staadt

Drei Nachfolgestaaten gingen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus Hitlers Großdeutschland hervor. Das Verhältnis zwischen ihnen blieb bis zur deutschen Wiedervereinigung eine schwierige Dreierbeziehung. Die Republik Österreich und die Bundesrepublik Deutschland waren auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet über alle Jahre aufs engste miteinander verbunden. Der DDR gelang es erst in den frühen siebziger Jahren, die lange erwünschten zwischenstaatlichen Beziehungen zu Österreich herzustellen und ihre Wirtschaftsbeziehungen zu der Alpenrepublik mit erheblichem Erfolg auszubauen. Die Beiträge in diesem Band widmen sich auf unterschiedlichen Feldern dem besonderen Verhältnis zwischen Österreich und den beiden deutschen Staaten.

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Die Novum Handelsgesellschaft mbH im Wirtschaftsgeflecht DDR – Österreich

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von Malte Fischer Ironie der Geschichte Die Geschichte geht manchmal verschlungene Wege. Sie kann sogar Jahrzehnte später unerwartet zu Ereignissen führen, die geschichtliche Abläufe erneut schlaglichtartig beleuchten. Mehrere private Förderinitiativen und die Evangeli- sche Kirche haben Mitte der 2000er-Jahre den Wiederaufbau der auf Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. zwischen 1730 und 1735 errichteten Potsdamer Garnisonskirche auf den Weg gebracht. Die Garnisonskirche wurde 1945 durch Bombenangriffe schwer beschädigt; 1968 wurden deren Ruinen auf Betreiben von Walter Ulbricht gesprengt. Sie war ein bedeutendes Bauwerk des preußischen Barocks, in ihr waren die Könige Friedrich Wilhelm I. und Fried- rich der Große beigesetzt. Sie diente den in Potsdam stationierten Garnisonen als Gottesdienstkirche. Der Wiederaufbau wird wie bei der Dresdner Frauenkirche überwiegend von privaten Spenden finanziert. Die Geschichte der Garnisonskirche ist aber von einem dunklen Ereignis überschattet, das am Beginn der größten Katastrophe in der deutschen Geschich- te stand. Die Potsdamer Garnisonskirche diente als Ikone des Preußentums einer von Reichskanzler Adolf Hitler inszenierten Propagandaveranstaltung. Damit wurde am 21. März 1933 den dort versammelten Reichstagsabgeordneten und der deutschen Öffentlichkeit vorgegaukelt, der neue Reichskanzler stehe in der Tradition der preußischen Geschichte. Diesen Eindruck förderte auch der anwe- sende Reichspräsident Paul von Hindenburg, der als Symbol für die Vereinigung des „alten und des neuen Deutschlands“ herhielt. Hitler verfolgte mit dieser Ins- zenierung einen bestimmten Zweck: Er wollte, daß die in der Potsdamer Garni- sonskirche zum Staatsakt anläßlich der...

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