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Das Lastenheft

Die Leistungsbeschreibung in Softwareerstellungsprojekten

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Moritz Zoglmann

Die Arbeit befasst sich mit den wesentlichen Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit der Leistungsbeschreibung in Softwareerstellungsprojekten ergeben können. Der Autor beleuchtet insbesondere die Konstellationen, in denen es an einer vertraglichen Regelung fehlt und daher auf die gesetzlichen Regelungen sowie auf allgemeine Rechtsgrundsätze zurückzugreifen ist. Im Rahmen der Untersuchung setzt sich der Autor dabei intensiv mit der zum jeweiligen Problemfeld ergangenen Rechtsprechung auseinander. Er gelangt zu dem Ergebnis, dass viele Urteilsbegründungen aus dogmatischer Sicht kritikwürdig sind und zeigt alternative Lösungswege auf.

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L. Leistungsänderungen (Change Request)

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Zur typischen Charakteristik eines IT-Projekts gehört es, dass sich im Laufe der Projektdurchführung die Wünsche und Vorstellungen des Auftraggebers verän- dern. Dieser beabsichtigt dann eine Anpassung des ursprünglich vereinbarten Leistungsumfangs an die neuen Verhältnisse (sog. Leistungsänderungen oder „Moving Targets“862). Der Projektdurchschnitt von Leistungsänderungen soll bei einer monatlichen Rate von 2-5% des gesamten Projektaufwands liegen.863 Inhaltlich kann es sich um Erweiterungen (also zusätzliche fachliche Anforde- rungen), Beschränkungen, also den Verzicht auf bestimmte Anforderungen, und um Abänderung von vereinbarten fachlichen Anforderungen handeln, die sich nicht auf den Umfang des Arbeitsaufwands auswirken. Im Zusammenhang mit den Leistungsänderungen zeigt sich hier erneut eine wesentliche Aufgabe des Lastenhefts. Fehlt ein solches, lässt sich kaum bestim- men, ob es sich bei den (nachträglichen) Forderungen des Auftraggebers um Änderungen der ursprünglich vereinbarten Leistung oder lediglich um eine Konkretisierung der anfänglich nur ungenau beschriebenen Anforderungen han- delt. Wirken sich Änderungswünsche auf den vereinbarten Leistungsumfang aus, ist fraglich, ob der Auftragnehmer diesen bei fehlender vertraglicher Regelung überhaupt nachkommen muss und wie sich die Änderungen auf seine Vergütung auswirken. Nach einer allgemeinen Einführung (I.) wird zunächst auf die ver- traglichen Regelungsmöglichkeiten (II.) eingegangen, insbesondere in den BVB-Erstellung und EVB-IT System, bevor diese Frage näher beleuchtet wird (III.). I. Einführung zu Leistungsänderungen Einführend sei kurz erläutert, welche Veränderungen nicht unter eine Leistungs- änderung fallen, wie sich Leistungsänderungen auf die Vergütung auswirken...

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