Show Less

Der Auslandsschutz deutscher Staatsangehöriger bei Entführungen

Series:

Christian Kokew

Immer häufiger werden deutsche Staatsangehörige im Ausland Opfer von Entführungen. Das wirft die Frage auf, ob und in welchem Umfang die deutsche Staatsgewalt in Entführungsfällen zu Hilfeleistungen verpflichtet ist. In der Öffentlichkeit wurde bereits darüber diskutiert, ob der Staat unter bestimmten Voraussetzungen sogar jegliche Hilfe ablehnen kann, z. B. wenn Touristen sich leichtsinnig in die Gefahr einer Entführung begeben haben. In diesem Zusammenhang ist auch zu klären, welche Mittel der Staatsgewalt zur Rettung eines im Ausland Entführten zur Verfügung stehen und unter welchen Bedingungen sich die aus einer Notlage Befreiten an den Kosten der Rettung zu beteiligen haben. Der Verfasser zieht zur Beantwortung dieser Fragen insbesondere das Völkerrecht, das Unionsrecht, das deutsche Verfassungsrecht und das Konsulargesetz als rechtliche Maßstäbe heran.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

A. Einführung in die Thematik Staatsgrenzen und Entfernungen haben für die deutschen Staatsangehörigen größtenteils ihre Bedeutung verloren. Während für die überwiegende Zahl der Deutschen noch in den 1970er Jahren ein Urlaub überhaupt nur in den Nach- barstaaten Deutschlands denkbar gewesen ist, gehören heute Fernreisen zu den exotischsten Zielen zum Standardangebot der Tourismusindustrie. Die güns- tigen Verkehrsentwicklungen haben zudem das Angebot des „Urlaubsalltags“ erheblich verändert. Viele Reisende nehmen Abstand vom Pauschalurlaub mit Strand, Hotel und Halbpension. Einige wollen in der arbeitsfreien Zeit Ihren Wissensdurst stillen und dabei fremde Länder erkunden. Andere wünschen sich ihren Urlaub als große Abenteuerreise, sei es in Form einer Motorradtour durch die Sahara, einer Rucksacktour durch den kolumbianischen Dschungel oder einer Fahrt durch den Jemen. Gefahren spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Die Abenteuerlust der Deutschen macht schließlich auch vor aktuellen Kriegsschauplätzen nicht Halt. Obwohl z.B. der Irak gegenwärtig einer der gefährlichsten Regionen der Welt ist, zieht es viele deutsche Staatsbürger in das Land zwischen Euphrat und Tigris. Ferner führt die fortschreitende Globalisierung die wirtschaftliche Betäti- gung der Deutschen immer weiter über die Grenzen des Heimatstaates hinweg. Global tätige Unternehmen suchen ständig nach neuen Märkten in immer entlegeneren Gebieten der Welt. Wirtschaftlichen Erfolg versprechen dabei Länder, die infolge eines Krieges oder bürgerkriegsähnlicher Zustände über keine funktionierende Wirtschaft mehr verfügen und daher auf fremde „Hilfe“ angewiesen sind. Insbesondere deutsche Unternehmen gelten aufgrund...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.