Show Less

An den Anfängen der serbischen Philologie- Na počecima srpske filologije

"Salo debeloga jera libo azbukoprotres</I> von Sava Mrkalj (1810-2010)- "Salo debeloga jera libo azbukoprotres</I> Save Mrkalja (1810-2010)

Series:

Edited By Gordana Ilic Markovic, Anna Kretschmer and Milos Okuka

Die Beiträge dieses Bandes befassen sich mit dem sogenannten Slawenoserbischen, der Schriftsprache der Serben im späten 18. und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, sowie mit dem Werk, Leben und Zeitalter des Sprachreformers Sava Mrkalj, dessen programmatischer Text Salo debeloga jera libo azbukoprotres vor 200 Jahren veröffentlicht wurde. In diesem Kontext werden verschiedene Aspekte der Epoche, ihres Kulturparadigmas und der damaligen Schriftsprache behandelt. Einen weiteren thematischen Strang stellen die Arbeiten dar, die sich mit der Poetik, Rhetorik und den literarischen Richtungen des serbischen Schrifttums beschäftigen. Ein dritter Schwerpunkt gilt der beginnenden philologischen Arbeit, deren Anliegen die Schaffung einer Schrift- und Literatursprache für das serbische Sozium war, das sich in dem Übergang von der alten Kulturtradition und dem Lebensparadigma der Orthodoxen Slavia hin in die europäische Neuzeit befand.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

ANNA KRETSCHMER (WIEN): SLAWENOSERBISCH ALS PHÄNOMEN DER SERBISCHEN SPRACH- UND KULTURGESCHICHTE UND DER SLAVIA ORTHODOXA

Extract

ANNA KRETSCHMER (WIEN) SLAWENOSERBISCH ALS PHÄNOMEN DER SERBISCHEN SPRACH- UND KULTURGESCHICHTE UND DER SLAVIA ORTHODOXA 1. Definition. Versuch einer systemischen Einordnung Unter Slawenoserbisch wird im Allgemeinen die Sprache des Schrifttums der serbischen Population in der Habsburgermonarchie (Südungarn – die heu- tige Vojvodina) von der 2. Hälfte des 18. Jh.s bis in die 1830er / 1840er Jahre verstanden. In dieser Arbeit wird es aber im weiteren Rahmen der sogenann- ten Slavia Orthodoxa betrachtet, verstanden als das einheitliche Kulturareal, zu dem alle orthodoxen Slawen, aber auch Rumänen gehörten. Den Begriff und die Konzeption eines solchen Kulturareals brachte in den wissenschaftlichen Dis- kurs bekanntlich R. Picchio ein (Picchio 1962). Diese Konzeption wurde später vor allem von N. I. Tolstoj weiter entwickelt (Толстой 1997), sie ist aber bis heute in der historischen Slawistik nicht unumstritten. Die Gründe für die Ab- lehnung sind allerdings nicht immer wissenschaftlicher Natur: Die Geschichte der jeweiligen vorstandardlichen Sprachformen wird nach wie vor überwiegend abgekoppelt von denen der anderen Slavinen erforscht – es fehlt also eine kont- rastive Komponente in der Analyse. Ohne Vergleich, ohne Kontrast ist aber eine adäquate Auswertung und Interpretation der älteren Sprachstufen und ihrer Dy- namik nicht möglich. In der diachronen Serbistik kommt noch ein besonderer Faktor hinzu: Das Sprachmodell des großen Reformers Vuk St. Karadžić, auf dem das Standardserbische basiert, wird als das optimale, das einzig adäquate angesehen. Die Vielfalt der Entwicklungsmodelle bei den anderen slawischen Standardsprachen wird dabei außer Acht gelassen, wie auch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.