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Der Gabe auf der Spur

Eine soziologische Untersuchung zu Gabe und Geschenk im gesellschaftlichen Kontext

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Elba Frank

Sind Geben und Schenken immer reziproke Handlungen oder gibt es das «Ideal» der Gabe und worin liegt es? Die Arbeit zeigt anhand einer Literaturstudie den klassischen wie aktuellen Diskurs um das Geben und Schenken unter Einbezug der historischen, soziologischen, philosophischen und ethnologisch/anthropologischen Literatur auf. Geben und Schenken unterliegt Werten und Normen, die durch Sozialisation und Erziehung vom Einzelnen internalisiert werden. Um die Normen des Gebens und Schenkens sichtbar zu machen, werden weiterhin mittels qualitativer Inhaltsanalyse die für Österreich geltenden Bildungs- und Lehrpläne ffür elementare Bildungseinrichtungen, Vor- und Volksschulen – Gesamtunterricht und Religionsunterricht – analysiert. Für alle weiterführenden Schultypen werden die Lehrpläne für den Religionsunterricht untersucht. Das Ergebnis: Die Vorstellung von Gabe ist institutionell begründet und wird durch Erziehung vermittelt.

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Zweiter Teil: Typologie des Gebens und Schenkens

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Die Frage ist nicht, was einzelne Menschen tun oder erwarten, sondern gibt es gesellschaftliche Strukturen, die ein Geben und Schenken vorsehen. Aufgrund dieser (normativen) Struktur handeln einzelne Akteure und die Produkte ihrer Handlungen erfüllen die Struktur mit Leben. Eine Typologie des Gebens und Schenkens hat die Aufgabe, die Struktur zu erfassen und das Reglement als Ba- sis des individuellen Handelns zu identifizieren. Angelehnt an das dreigliedrige Grundmodell der soziologischen Erklärung nach James S. Coleman kann in ei- nem ersten Schritt erklärt werden welches die in einer (Schenk-) Handlungssi- tuation herrschenden Bedingungen sind und wie die einzelnen Menschen sie in ihrer Wertehaltung und angesichts ihrer Präferenzen und Ziele wahrnehmen. In einem zweiten Schritt wählen Individuen diejenigen Handlungsschritte aus, die ihres Erachtens von allen Handlungsalternativen am ehesten zum Ziel führen (Geben und Schenken um ein Ziel zu erreichen). In einem dritten Schritt ist an- zugeben, auf welche Weise die zweckgerichteten Handlungen von Individuen zum gesellschaftlichen Phänomen führen (eine Struktur des Gebens und Schen- kens) und die „Transformationsregeln“ sind aufzuzeigen. „Diese [Theorie] umfasst das Erklären von Verhalten eines sozialen Systems anhand von drei Komponenten: die Auswirkungen der systemimmanenten Eigenschaften auf Beschränkungen oder Orientierungen von Akteuren, die Handlungen von Akteu- ren, die dem System angehören, und die Verknüpfungen oder Interaktion dieser Handlungen, die das Sozialverhalten entstehen lässt.“ (Coleman 1991, S. 33 zit. n. Diefenbach 2009, S. 261)206 Gegeben und geschenkt wird von Individuen, die ihre Intention zu geben oder zu...

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