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Der Gabe auf der Spur

Eine soziologische Untersuchung zu Gabe und Geschenk im gesellschaftlichen Kontext

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Elba Frank

Sind Geben und Schenken immer reziproke Handlungen oder gibt es das «Ideal» der Gabe und worin liegt es? Die Arbeit zeigt anhand einer Literaturstudie den klassischen wie aktuellen Diskurs um das Geben und Schenken unter Einbezug der historischen, soziologischen, philosophischen und ethnologisch/anthropologischen Literatur auf. Geben und Schenken unterliegt Werten und Normen, die durch Sozialisation und Erziehung vom Einzelnen internalisiert werden. Um die Normen des Gebens und Schenkens sichtbar zu machen, werden weiterhin mittels qualitativer Inhaltsanalyse die für Österreich geltenden Bildungs- und Lehrpläne ffür elementare Bildungseinrichtungen, Vor- und Volksschulen – Gesamtunterricht und Religionsunterricht – analysiert. Für alle weiterführenden Schultypen werden die Lehrpläne für den Religionsunterricht untersucht. Das Ergebnis: Die Vorstellung von Gabe ist institutionell begründet und wird durch Erziehung vermittelt.

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16. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

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Ist es gelungen, die Gabe sichtbar zu machen? Die Gabe im gesellschaftlichen Kontext aufzuspüren, war die Anforderung an die vorhergehenden 15 Kapitel. Eine Vielzahl von Begriffen, Termini (Schenken, Opfer, Almosen, Spende in vielfältigen Erscheinungsformen, Ehrenamt, Freiwilligen-Engagement, Trink- geld et al), wurde beschrieben, die alle in Regelmäßigkeiten des sozialen Han- delns der Mitglieder einer Gesellschaft zum Ausdruck kommen und sich in messbaren, zählbaren bzw. beobachtbaren Häufigkeiten von Handlungsergeb- nissen niederschlagen. Wir können beispielsweise zählen, wie viele Menschen alljährlich zu Allerheiligen/Allerseelen die Kirchen und Friedhöfe besuchen. Wir können feststellen, was sie anlässlich des Friedhofsbesuchs einkaufen, was sie mitbringen, welche bevorzugten Gegenstände das sind, ob Schnittblumen, Topfblumen oder Trockengestecken der Vorzug gegeben wird. Wir wissen je- doch nicht, wie viele von ihnen Strenggläubige sind, die das Ritual eines Ab- lasshandels für ihre geliebten Verstorbenen vollziehen. Wir können sie nicht von jenen unterscheiden, die die Gelegenheit nutzen, die neue Wintergarderobe aus- zuführen. Und würden wir danach fragen, welche Antworten erhielten wir wohl? Gabe entzieht sich nicht nur der Empirie, auch die Vorstellung davon, was Gabe eigentlich ist, differiert. Um beim genannten Beispiel zu bleiben, kann es für eine Person bereits Gabe sein, am Grab der Verstorbenen anlässlich der Aller- heiligen-Zeremonie räumlich anwesend zu sein während für eine andere Person erst der Vollzug des religiösen Rituals zur Erlangung des Sündennachlasses für den/die Verstorbene/n den Anspruch an Gabe erfüllt. Die...

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