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Artistik, Ironie und Gewalt bei Knut Hamsun

Aufsätze, Vorträge, Artikel, Essays und Interview

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Walter Baumgartner

Der Nobelpreisträger Knut Hamsun gehört zu den Klassikern der modernen Weltliteratur. Und er ist zu einem Gefolgsmann Hitlers geworden. Im Buch werden die provozierenden Verflechtungen von Politik und Kunst aufgezeigt. Seine Romane stellen mit sarkastischem Humor menschliche Depravation dar. Wenn auch sein literarisches Schaffen sich der Nazi-Ideologie eher quer stellte, gibt es doch eine Schaltstelle von der Fiktion zur politischen Einstellung des alten Dichters. Schon im Frühwerk ist eine Tendenz in seinem Ästhetizismus zu sehen, die das Handlungsgefälle und die Figurencharakteristik regelmäßig ins Gewalttätige und Selbstdestruktive lenkt. Das Welt- und Menschenbild seiner Romane ist nicht zur Erbauung gedacht sondern provoziert kritische Auseinandersetzung – nicht nur mit der Literatur.

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Editorische Nachbemerkung

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Dieser Band enthält meine Aufsätze zu Knut Hamsun und ein paar meiner eher journalistischen Beiträge zur Debatte um den umstrittenen Nobelpreisträger. Meine Beiträge zur Hamsun-Forschung, auch die rororo-Monographie von 1997 (erweiterte, norwegische Fassung 1998), erwuchsen aus einer Vorlesung, die ich 1980/81, in meinem ersten Semester als Professor an der Ruhr-Universität Bo- chum hielt. Als in den Folgejahren Aufforderungen kamen, zu Festschriften bei- zutragen und Vorträge zu halten, konnte ich die Vorlesung als Steinbruch nutzen und einzelne Themen, Ideen und Problemkomplexe herausheben und vertiefen. Meine Auffassung von Hamsuns literarischer Leistung hat sich in Facetten na- türlich in all den Jahren gewandelt. Es gibt aber auch Konstanten, was die litera- rische Wertung und die Kritik an Hamsuns politischer Haltung betrifft. So ist der jüngste Beitrag – über Thomas Manns Verhältnis zu Hamsun – am direktes- ten aus meiner Vorlesung von damals übernommen. Ganz neu erarbeitet ist hin- gegen der ursprünglich als populärwissenschaftlicher Vortrag an der Nordland Akademi in Bø/Vesterålen gehaltene Beitrag über die Novelle „Kleinstadtleben“ als pessimistisches oder quietistisches Existenzmodell. Die Kapitel dieses Buches sind mit nur sehr geringfügigen stilistischen Ände- rungen und – in ganz wenigen Fällen – kleinen inhaltlichen Verdeutlichungen identisch mit den veröffentlichten Fassungen, die im Quellenverzeichnis in chronologischer Ordnung nachgewiesen sind. Allerdings wurden die Überschrif- ten zum Teil neu formuliert. Im Buch sind die Texte nicht chronologisch nach ihrer Entstehungszeit, sondern thematisch angeordnet, so dass ein roter Faden erkennbar wird. Die Reihenfolge passt sich dabei...

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