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Jon Fosses frühe Dramen und ihre Rezeption in norwegischen und deutschsprachigen Medien

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Suzanne Bordemann

Untersuchungsgegenstand dieses Bandes sind zentrale Wertungstendenzen in norwegischen und deutschsprachigen Artikeln zu den frühen Theatertexten des norwegischen Schriftstellers und Dramatikers Jon Fosse. Die Studie versteht sich als Beitrag zur Rezeptionsforschung, in dem das Zusammenspiel zwischen der ästhetischen Logik der Fosse’schen Theatertexte und vorherrschenden Erwartungen und Wahrnehmungsgewohnheiten in der Theaterkritik näher beleuchtet wird. Die Rezeptionsanalyse gibt so Aufschluss über Erfüllung und Verletzung von Konventionen in den frühen Theatertexten von Jon Fosse im Spiegel zeitgenössischer Erwartungen an das Theater.

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III Grundzüge der deutschsprachigen Rezeption

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115 8. Allgemeines zur deutschsprachigen Rezeption Die zahlreichen Theatertexte Fosses wurden und werden an sehr vielen deutsch- sprachigen Bühnen gespielt, inzwischen sind es meist Auftragswerke, so dass im Rahmen dieser Arbeit nur Auszüge aus dem umfangreichen Rezeptionskorpus be- rücksichtigt werden können. Die Analyse befasst sich mit der Anfangsrezeption, denn diese soll Aufschluss darüber geben, wie der noch unbekannte Dramatiker und seine Theaterstücke aufgenommen, bewertet und eingestuft wurden. Repräsentativ für den deutschsprachigen Raum wird das Rezeptionsmaterial zu den Stücken Der ame, Die acht singt ihre Lieder und Das Kind in den In- szenierungen von Thomas Ostermeier, Jürgen Gosch, Falk Richter und Michael Talke (alle Herbst 2000) ausgewertet. Aus der Theatersaison 2001 wird die Re- zeption der drei deutschsprachigen Inszenierungen von Traum im Herbst in den Theatermetropolen München, Wien und Berlin analysiert. Wir werden sehen, dass die Programme zu der Münchener (Regie: Luk Perceval), Wiener (Regie: Yoshi Oida) und Berliner Inszenierung (Regie: Wulf Twiehaus) von Traum im Herbst dieselben Schwerpunktsetzungen aufgreifen, die die deutschsprachige Rezeption der Theatertexte Fosses auch schon in der Theatersaison 2000 prägen. Der deutschsprachigen Premiere Fosses, einer Koproduktion der Berliner Schaubühne und der Salzburger Festspiele, fiel das Privileg zu, im August 2000 auf dem re- nommierten Salzburger Theaterfestival uraufgeführt und in der Theatersaison 2000/2001 an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin ins Programm ge- nommen zu werden (Der ame, inszeniert von Thomas Ostermeier).1 Im Herbst 2000 folgten Aufführungen in Z...

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