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Studieren mit Behinderung

Theoriebildung und Praxis des Zugangs (Access) zum Hochschulstudium für Menschen mit Behinderung

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Olga Meier-Popa

Die UN-Behindertenrechtskonvention (2006) fördert den gleichberechtigten und benachteiligungsfreien Zugang von Menschen mit Behinderungen auf allen Bildungsstufen. Dies eröffnet nicht nur in der Schweiz, sondern für den gesamten deutschsprachigen Raum neue Perspektiven und treibt die Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen voran. Welches Verständnis von Behinderung ermöglicht die Identifizierung der Probleme und die Entwicklung von strategisch-operativen Ansätzen? Die unabweisbar komplexe Problemlage wird an der Beratungsstelle Studium und Behinderung der Universität Zürich mit der lösungs- und ressourcenorientierten Theorie U von C. Otto Scharmer angegangen. Zu den Ergebnissen des Forschungs- und Lernprozesses gehört die Entwicklung eines Zugangs-(Access-)Modells im Kontext Hochschulstudium.

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1 Einführung ins Forschungsthema

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1.1 Behinderungen „Mit Behinderungen müssen Sie auf den folgenden Strecken rechnen“ wird je- den Morgen im Nachrichtenjournal auf DRS 3 angekündigt und wir überlegen uns eine Alternativroute, um damit die Strecke mit Behinderung zu vermeiden, oder wir sind froh, mit dem Zug zur Arbeit fahren zu dürfen. Im strikten Sinne des Verbs behindern als „jemandem/einer Sache hinder- lich, im Wege [zu] sein“ bezieht sich diese Radio-Ansage auf Hindernisse in der Umwelt – hier: Verkehrsstaus (Duden 2002, S. 188). Dasselbe gilt für die Stras- senbaustellen, wobei auf den Schildern das Wort Behinderungen oft vorkommt (vgl. Abbildung 1). In derartigen Kontexten ist es einfach, den Sachverhalt hin- ter dem Wort Behinderung zu begreifen und darauf zu reagieren: Entweder su- chen wir nach Lösungen, um nicht behindert zu werden oder wir stellen uns auf eine Wartezeit bzw. Verspätung ein. Dies ist jedoch nur eine der vielen Facetten des stark kontextbedingten Wortes Behinderung. Abbildung 1: Plakat bei Strassenbaustelle "Neubau 4.8. – 21.11.08 Behinderungen" Wenn das Wort Behinderung in Bezug auf Menschen benützt wird, wie in Mensch mit Behinderung oder behinderter Mensch oder Behinderte, denken aber wenige daran, dass es auch in diesem Fall um die Beschreibung einer Situation geht, in welcher „die negativen Aspekte der Interaktion zwischen einer Person (mit einem Gesundheitsproblem) und ihren Kontextfaktoren (Umwelt- und per- sonenbezogene Faktoren)“ in Betracht gezogen werden (DMDI/WHO 2005, S. 271). 2 1. Einführung Das besagte Wort wird eher als „behindert sein, als infolge einer körperli- chen, geistigen oder seelischen...

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