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Translationswissenschaftliches Kolloquium II

Beiträge zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft (Köln/Germersheim)

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Barbara Ahrens, Silvia Hansen-Schirra, Monika Krein-Kühle and Michael Schreiber

Nach dem Erscheinen des Bandes Translationswissenschaftliches Kolloquium I (2009) geht die Veröffentlichung von Beiträgen zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft in die zweite Runde. Die Beiträge dieses Bandes basieren wiederum auf Vorträgen, die am Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der Fachhochschule Köln sowie am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim gehalten wurden. Der Band ist den folgenden Rahmenthemen gewidmet: Translation und Philosophie, Community Interpreting: Dolmetschen im medizinisch-sozialen Bereich, Translationstechnologien, korpusbasierte Translationswissenschaft sowie multimediale Übersetzung.

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Annett Jubara: Gottmenschentum und Menschgotttum. Zur Übersetzung zweier religiös-philosophischer Konzepte aus dem Russischen ins Deutsche

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9 Annett Jubara Gottmenschentum und Menschgotttum. Zur Übersetzung zweier religiös-philosophischer Konzepte aus dem Russischen ins Deutsche 1 Einleitung Wenn von „Philosophie und Translation“ die Rede ist, denkt man wohl in erster Linie an die Philosophie als Analyse- und Reflexionsressource für die Tätigkeit des Übersetzens bzw. des Übersetzers. Gegenstand vorliegenden Aufsatzes ist jedoch, umgekehrt, die Rolle, die das Übersetzen für die Philosophie spielt oder spielen könnte. Fragen und Probleme des „richtigen“ Übersetzens philosophi- scher Texte spielen dabei nur am Rande eine Rolle. Das Übersetzen wird hier gewissermaßen in einer Hilfsfunktion für eine andere Praxis, nämlich für das Philosophieren, betrachtet. Allerdings stellt sich, wie wir sehen werden, dann auch die Frage, wie man übersetzen muss, damit dieser Prozess für das Philoso- phieren relevant sein kann. Ich möchte diesen Zusammenhang anhand einer philosophischen Debatte unter- suchen, die auf den ersten Blick alles andere als aktuell zu sein scheint. Zum ei- nen, da sie vor langer Zeit geführt wurde – einer ihrer Höhepunkte kann ziemlich genau 100 Jahre zurückdatiert werden. Zum anderen handelt es sich dabei um eine religiös-philosophische Debatte. Religiöse Philosophie erscheint aber auf- grund der Spezifik ihre Fragestellungen aus der Perspektive der modernen bzw. zeitgenössischen Philosophie als anachronistischer Diskurs – und das, obwohl immer wieder Fragen und Probleme, die dem Umkreis religiöser Philosophie entstammen, in verfremdeter Form in der Philosophie der Moderne und in der zeitgenössischen Philosophie aufgegriffen werden1. Welchen Sinn hat es nun, sich...

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