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Translationswissenschaftliches Kolloquium II

Beiträge zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft (Köln/Germersheim)

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Edited By Barbara Ahrens, Silvia Hansen-Schirra, Monika Krein-Kühle and Michael Schreiber

Nach dem Erscheinen des Bandes Translationswissenschaftliches Kolloquium I (2009) geht die Veröffentlichung von Beiträgen zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft in die zweite Runde. Die Beiträge dieses Bandes basieren wiederum auf Vorträgen, die am Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der Fachhochschule Köln sowie am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim gehalten wurden. Der Band ist den folgenden Rahmenthemen gewidmet: Translation und Philosophie, Community Interpreting: Dolmetschen im medizinisch-sozialen Bereich, Translationstechnologien, korpusbasierte Translationswissenschaft sowie multimediale Übersetzung.

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Sonja Pöllabauer: Wenn Sprache an ihre Grenzen stößt – Community Interpreting in therapeutischen Settings

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191 Sonja Pöllabauer Wenn Sprache an ihre Grenzen stößt – Community Interpreting in therapeutischen Settings 1 Einleitung1 Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. (L. Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus 5.6) Fall 1: Frau B. Z. ist Tschetschenin. Ihr Asylantrag in Österreich wurde positiv beschieden, sie und ihre Familie (Mann, drei Kinder) leben nun als anerkannte Flüchtlinge in einer österreichischen Stadt. Frau Z. ist aufgrund der Erlebnisse in ihrem Heimatland und ihrer Migrationsgeschichte schwer traumatisiert: Zeit ih- res Daseins war ihr Leben von Unruhe und Krieg geprägt. Eines ihrer Kinder brachte sie ohne Hilfe im Bunker zur Welt. Ein weiteres Kind verstarb aufgrund von Unterversorgung. Ein Teil ihrer Familie wurde umgebracht, sie und ihre Familie wurden bedroht und ihr Leben schwebte in ständiger Gefahr. Unter ge- fährlichen Umständen gelang ihr die Flucht in eine unsichere Zukunft in einem Land, in dem Flüchtlinge wie sie und ihre Familie oft nicht erwünscht und im besten Fall geduldet sind. Heute kann sie ihr Leben nur mit Hilfe ihrer Therapeu- tin bewältigen. Sie kann noch wenig Deutsch. Die Therapie erfolgt unter Mitwir- kung einer Dolmetscherin. Frau Z. vertraut ihrer Therapeutin ebenso wie ihrer Dolmetscherin. Ihre Chancen auf Besserung sind allerdings gut, sie wird es ver- mutlich schaffen, ihr Leben und ihre Probleme wieder in den Griff zu bekom- men. Anders Fall 2, Frau A. R. Auch sie hat ähnlich traumatische Geschehnisse zu bewältigen. Ihr bietet sich allerdings nicht die Möglichkeit einer dolmetscherge- st...

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