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Kelsen im Spiegel der italienischen Rechtslehre

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Antonio Merlino

Das Werk rekonstruiert die Interpretation der reinen Rechtslehre seitens der italienischen Juristen des 20. Jahrhunderts. Der Gedanke Hans Kelsens spiegelt sich in der italienischen Rechtslehre wider und übernimmt die Rolle eines Schlüssels, um die Gedanken von Juristen wie Giuseppe Capograssi, Vittorio Frosini und Santi Romano zu interpretieren, die oftmals den eigenen Gedankengang im Vergleich mit der reinen Rechtslehre erklärt haben.

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I. PONTIUS PILATUS

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INHALTSVERZEICHNIS: 1.1. Kelsen und die neukantianischen Wurzeln der Reinen Rechtslehre in Vom Wesen und Wert der Demokratie (1920). 1.2. Ein irrationales Ideal. 1.3. Weiteres zu Vom Wesen und Wert der Demokratie. 1.4. 1947: Kelsenism. 1.1. Kelsen und die neukantianischen Wurzeln der Reinen Rechtslehre in Vom Wesen und Wert der Demokratie (1920). In den letzten Seiten seines Werkes Vom Wesen und Wert der Demokratie (1920) erinnert Hans Kelsen an den Prozess gegen Jesus wie er im achtzehnten Kapitel des Evangeliums von Johannes geschildert wird: „Diese schlichte, in ihrer Naivität lapidare Darstellung gehört zu dem großartigsten, was die Weltliteratur hervorgebracht hat.“ Diese Episode aus dem Leben Jesu wird hier „zu einem tragischen Symbol des Relativismus und der – Demokratie.“1 Der Protagonist dieser Episode ist Pontius Pilatus, Vertreter „einer alten, müde und darum skeptisch gewordenen Kultur.“ Zur Zeit des Osterfestes wird Jesus mit der Anklage, sich für den Sohn Gottes und den König der Juden ausgegeben zu haben, vor den römischen Statthalter Pilatus geführt. Für Pilatus ist Jesus nur „ein armer Narr“. Er fragt ihn ironisch: „Also du bist der König der Juden? Und Jesus antwortet im tiefsten Ernst und ganz erfüllt von der Glut seiner göttlichen Sendung: Du sagst es. Ich bin ein König, und bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, höret meine Stimme.“ Pilatus fragt: „Was ist Wahrheit? – Und weil er nicht...

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