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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010- Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit

Politische Romantik im 19. und 20. Jahrhundert- Die deutsche Romantik und ihre Folgen- Der deutschsprachige politische Roman -Mitherausgeber: Ulrich Breuer, Min Suk Choe und Penka Angelova

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Franciszek Grucza, Penka Angelova, Ulrich Breuer and Min Suk Choe

Der Band enthält die Beiträge von drei Sektionen des Warschauer IVG-Kongresses. Die Vorträge der Sektion Politische Romantik im 19. und 20. Jahrhundert (betreut und bearbeitet von Ulrich Breuer) bieten Studien, die sich durch unterschiedliche (literatur- und kulturwissenschaftliche, soziologische, mentalitätsgeschichtliche) Herangehensweisen an die Romantik auszeichnen und den Begriff «politische Romantik» in seiner dreifachen (historischen, typologischen und disziplinären) Geltung auf den Prüfstand stellen. Die Sektion Die deutsche Romantik und ihre Folgen (betreut und bearbeitet von Min Suk Choe, Hartmut Steinecke und Walter Hinderer) enthält Arbeiten, die der Rezeptionsästhetik und der Wirkungsgeschichte dieser literarischen und historischen Bewegung gewidmet sind. Zum einen wird die «historische» Romantik in neuen Kontexten untersucht, zum anderen wird ihre Tragweite gezeigt, indem ihre Folgen in zweihundert Jahren in Deutschland sowie in einigen der zahlreichen Länder erörtert werden, in denen die deutsche Romantik rezipiert und mit eigenen kulturellen Entwicklungen verbunden wurde. Die Beiträge der Sektion Der deutschsprachige politische Roman (betreut und bearbeitet von Penka Angelova) sind dem politischen Roman der Jahrtausendwende gewidmet. Eingegangen wird auf Werke von verschiedenen Autoren der Gegenwart (u.a. M. Streeruwitz, E. S. Özdamar) sowie auf die Vorläufer dieser Gattung in der klassischen Moderne (J. Soyfer, R. Musil, E. Canetti, F. Kafka).

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Sektion (1). Der deutschsprachige politische Roman. Betreut und bearbeitet von Penka Angelova

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Sektion (1) Der deutschsprachige politische Roman Betreut und bearbeitet von Penka Angelova PENKA ANGELOVA (Bulgarien, Veliko Tarnovo/Ruse) Der deutschsprachige Roman der Jahrtausendwende Es lässt sich zweifellos darüber streiten, ob es DEN politischen Roman als Gattung gibt. Denn einerseits lassen sich viele Romane als politische Romane lesen und anscheinend hat die Literaturwissenschaft bis jetzt diese Frage beiseite gelegt, andererseits bestimmen einzelne Autoren selbst ihre Romane als „politische Romane“, etwa Theodor Fontane über seinen „politischen Roman“ Stechlin, oder Heinz Pol, der seinen Romanen auch den Untertitel „Ein politischer Roman“ gibt1. Auch die Literaturkritik findet einen Gefallen daran, „politische Romane“ zu entdecken, so etwa Michael Lützeler „Her- mann Brochs Verzauberung als politischer Roman“, oder Rezensionen zu Jean Amerys „Die Schiffbrüchigen“ als „politischer Roman ohne Politik“, oder zu Andreas Maiers Roman „Klausen“ als „politischer Roman eigener Art“. In der Auslandsgermanistik bemerke ich, wie sehr bei der Rezeption von gegenwärtiger Literatur auch das Hintergrundwissen von Politik eine wichtige Rolle zum Verständnis der Literatur spielt, d. h. wie sehr in der Literatur auch politisches Wissen integriert ist. Dazu muss aber zuerst die Frage nach der Politik gestellt werden. Auf die Frage, ob er politische Romane schreibt, antwortet Robert Menasse in einem Interview mit mir, dass er Politik im ursprünglichen Sinne als „das richtige Verhalten in der polis“ verstehe und in diesem Sinne auch politisch schreibe: die eigentliche politische Frage für ihn sei, „wie wir zeit- genössisch mit Geschichte umgehen“. Das Herkunftswörterbuch gibt für Politik das...

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